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Mit Abstand : Söder ist Deutschlands unbeliebtester Ministerpräsident

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Seine polarisierenden Aussagen machen ihn unbeliebt: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Bild: dpa

Fast zwei Drittel der Deutschen sind laut einer Umfrage mit der Arbeit des bayerischen Regierungschefs unzufrieden. Am beliebtesten sind dagegen ein Politiker der Grünen sowie ein Ministerpräsident aus dem Norden.

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist laut dem aktuellen „RTL/n-tv-Trendbarometer“ Deutschlands unbeliebtester Ministerpräsident. Der am Montag veröffentlichten Forsa-Umfrage zufolge äußerten sich 64 Prozent der Befragten in Bayern mit seiner Regierungsarbeit unzufrieden. Besonders beliebt bleibt dagegen Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit einer Zustimmung von 74 Prozent. Unzufrieden mit Kretschmann zeigten sich nur 22 Prozent. Zufrieden mit der Arbeit Söders äußerten sich hingegen nur 31 Prozent, sieben Prozentpunkte weniger als im Juni. In Bayern stehen ebenso wie in Hessen im Oktober Landtagswahlen an.

          Den zweiten Platz der Rangfolge erreichte Schleswig-Holsteins erst seit einem Jahr amtierender Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) mit 66 Prozent, gefolgt von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mit 60 Prozent und der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) mit 58 Prozent.

          Union verschlechtert sich auch in Sonntagsfrage

          Mehrheitliche Zustimmung erreichten der Forsa-Umfrage zufolge auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mit jeweils 53 Prozent. Bei Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) überwog die Zustimmung (45 Prozent) zumindest die Ablehnung (39 Prozent). Werte für die Bürgermeister der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen wurden nicht erhoben.

          Im Negativbereich befinden sich neben Söder auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD – 44 Prozent Zufriedenheit zu 46 Prozent Unzufriedenheit), Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU – 44 zu 48 Prozent), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU – 40 zu 51 Prozent), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU – 39 zu 55 Prozent) sowie der wegen seiner kurzen Amtszeit von bisher vier Monaten noch relativ unbekannte Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) mit 34 zu 37 Prozent.

          In der sogenannten Sonntagsfrage im Bund verschlechterte sich die CDU/CSU um einen Punkt auf 31 Prozent. Für die SPD wurden 18 Prozent vorhergesagt, für die AfD 14 Prozent, die Grünen 13 Prozent, die FDP zehn Prozent und die Linke neun Prozent.

          Rechnet man die Unionsparteien getrennt, stürzte die nur in Bayern wählbare CSU bei ihrem bundesweiten Stimmenanteil auf vier Prozent ab, 2,2 Punkte weniger als bei der Bundestagswahl im September. Die CDU, die damals allein 26,8 Prozent erreichte, blieb dagegen weitgehend stabil. Das Umfragetief der Union geht laut Forsa-Chef Manfred Güllner also in erster Linie auf das Konto der CSU.

          Für das „RTL/n-tv-Trendbarometer“ befragte Forsa vom 25. Juli bis 2. August 7470 Wahlberechtigte zu ihrer Haltung zu den jeweiligen Ministerpräsidenten, davon pro Bundesland jeweils mehr als 500 sowie in Bayern mehr als 1000. Die Fehlertoleranz wurde mit drei bis vier Prozentpunkte angegeben. Für die Sonntagsfrage im Bund wurden vom 30. Juli bis 3. August 2508 Wahlberechtigte befragt. Die Fehlertoleranz beträgt hier laut Forsa 2,5 Prozent.

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