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Heimat und Zukunft : Söder, der CSU-Sponti

  • -Aktualisiert am

Reine Schau? Markus Söder und Mitglieder des Trachtenvereins Atteltaler Grafing stellen einen Maibaum auf. Bild: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vertritt konservative Positionen, ist aber nicht konservativ. Und mit der Kanzlerin verbindet ihn mehr, als man denkt.

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          Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist jetzt gut drei Monate im Amt. Er war in dieser Zeit nicht nur sehr fleißig, sondern allgegenwärtig. In der Politik ist das ein Wert an sich. Trotzdem fragen sich nach wie vor viele Bayern, wen sie da eigentlich in der Staatskanzlei haben. Im Wesentlichen gibt es dazu zwei Theorien. Die eine besagt, Söder sei ein genialer Rollenspieler, die andere, er könne auch als Regierungschef nicht raus aus seiner Haut. Beides ist irgendwie richtig, doch beides trifft, schon wegen des latenten Widerspruchs, der darin steckt, nicht den Kern.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          In seiner Regierungserklärung hat sich Söder die Vereinigung von Tradition und Moderne auf die Fahnen geschrieben: „Modern sein und bayerisch bleiben.“ Schon damit stellte er sich in eine Traditionslinie, denn so ähnlich haben das auch seine Vorgänger intoniert. Tradition ist Söder wichtig: weil sie Sinn stiftet, Tiefe verleiht, sympathisch macht. Er, der protestantische Franke, lief in München bei der Fronleichnamsprozession mit, am katholischsten aller Feiertage. Solche Auftritte sind immer eine Schau. Sie können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nicht wirklich das Seine ist, sondern eine Aneignung, eine Anmaßung.

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