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Nach Wahl Laschets : Söder hat keine Eile in Sachen Kanzlerkandidatur

  • Aktualisiert am

Markus Söder ist zugeschaltet bei einer CDU-Veranstaltung mit Armin Laschet am 9. Januar. Bild: Federico Gambarini/dpa

Markus Söder warnt nach dem CDU-Parteitag vor einem „Frühstart“ bei der K-Frage und nennt einen für ihn geeigneten Zeitpunkt. Die Grünen machen klar, dass sie im Wahlkampf die Unterschiede zur Union betonen wollen – trotz Aussichten auf eine Koalition.

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          Der CSU-Vorsitzende Markus Söder sieht nach der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet keine Eile bei der Festlegung auf den Kanzlerkandidaten der Union. „Um Ostern herum oder nach Ostern“ sei ein geeigneter Zeitpunkt für die Klärung dieser Frage, sagte Söder am Samstagabend im ZDF-„heute journal“. Er sprach sich dafür aus, die Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz abzuwarten.

          „Wer zu früh startet, der kann auch einen schweren Fehler machen“, sagte Söder. „Am Ende kommt es darauf an, wie wir es schaffen, gemeinsam eine Aufstellung zu finden, personell und inhaltlich, die den besten Erfolg garantiert für eine Bundestagswahl, und zwar langfristig gesehen.“

          Er habe mit Laschet nach dessen Wahl zum neuen CDU-Chef am Samstag bereits telefoniert und ihm im Namen der CSU gratuliert. Bei dem Gespräch sei es aber nicht um die Frage gegangen, „wer möglicherweise im Herbst als Kandidat antritt“.

          Den Vorstoß von Friedrich Merz, der sich nach seiner Wahlniederlage um den CDU-Vorsitz für den Posten des Bundeswirtschaftsministers in Spiel gebracht hatte, wies der CSU-Chef zurück. „Ich glaube, im Moment sind wir uns alle einige, dass wir in der Bundesregierung keine Veränderungen brauchen.“ Grundsätzlich würde er sich aber wünschen, „dass Friedrich Merz im Team bleibt“.

          Schwarz-Grün hätte klare Mehrheit

          In der Wählergunst konnte die Union in der Woche vor dem CDU-Parteitag leicht zulegen. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Kantar für die „Bild am Sonntag“ erhebt, kommen CDU und CSU auf 36 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im letzten Sonntagstrend vor drei Wochen. Auch die FDP gewinnt einen Punkt hinzu und kommt in auf sieben Prozent.

          Deutlich verloren haben hingegen die Sozialdemokraten. Die SPD startet mit einer Zustimmung von 15 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) ins Jahr. Die Grünen verlieren einen Punkt und kommen auf 18 Prozent. Unverändert sind die Werte der AfD (zehn Prozent) und der Linkspartei (acht Prozent). Die übrigen Parteien summieren sich auf sechs Prozent (plus ein Prozentpunkt).

          Grüne wollen Profil gegen Union schärfen

          Die Grünen wollen nach der Wahl Laschets mit der Union um das Kanzleramt kämpfen. „Wir fordern die Union heraus, sie ist in diesem Jahr unser Hauptwettbewerber“, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir kämpfen um die Führung in diesem Land.“ Seine Partei wolle die Klimakrise bekämpfen, soziale Ungleichheit verringern und für ein starkes Europa eintreten. „Es geht also um Grün gegen Schwarz und nicht um Schwarz-Grün oder irgendeine Koalition“, betonte Hofreiter mit Blick auf die Bundestagswahl im September.

          Er wies zugleich Spekulationen zurück, seiner Partei wäre ein Wahlsieg von Merz auf den CDU-Parteitag aus taktischen Gründen lieber gewesen. „Eine tiefere Polarisierung würde unserem Land nicht gut tun“, sagte Hofreiter. „Anspruch der Grünen sei es, die Gesellschaft zusammenzuführen, damit die großen Veränderungen wie Klimaschutz, Digitalisierung, starkes Europa angegangen werden könnten. In einer gespaltenen Gesellschaft werde nichts davon gelingen.

          Scholz sieht sich als „Kanzler mit Plan“

          Obwohl seine Partei in Umfragen derzeit auf dem dritten Platz liegt, will SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz die Bürger bei der Bundestagswahl mit einem Zehnjahresplan von sich überzeugen. „Die Zwanzigerjahre werden entscheidend sein für die Zukunft unseres Landes“, sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur. Wer ihn im Herbst wähle, bekomme „einen Kanzler mit einem Plan für das kommende Jahrzehnt“.

          Die SPD hat als erste der großen Parteien einen Kanzlerkandidaten nominiert und arbeitet bereits am Wahlprogramm, das diesmal deutlich kürzer und kompakter ausfallen soll als früher. Unter anderem fordert Scholz einen Mindestlohn von 12 Euro. Zugleich sei eine klare Zukunftsorientierung etwa im Hinblick auf Klimawandel und wirtschaftliche Herausforderungen nötig. Außerdem müsse Deutschland eindeutig für ein einiges, starkes und souveränes Europa eintreten.

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