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Machtfrage in der Union : Söder hält CSU-Kanzlerkandidaten für chancenlos

  • Aktualisiert am

Markus Söder (CSU) Bild: dpa

CSU-Chef Markus Söder glaubt nicht, dass ein Kanzlerkandidat seiner Partei die Wahl gewinnen könnte. Im übrigen gelte für ihn: „Der Höhepunkt der Reise nach Berlin ist die Rückkehr nach Bayern.“

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          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält die Kandidatur eines CSU-Kanzlerkandidaten für die Union für chancenlos. Er selbst stehe nicht zur Verfügung, bekräftigte der CSU-Vorsitzende am Montag in Berlin auf einer Veranstaltung der „Süddeutschen Zeitung“. Aber abgesehen davon, dass er selbst seine „Primäraufgabe“ in Bayern sehe, sei es auch so, dass bereits zweimal CSU-Kandidaten bei Bundestagswahlen verloren hätten.

          Zwar würden Bayern in Deutschland „schon geschätzt“. „Aber wenn die Bayern antreten, entsteht immer so das Gefühl, die Hauptstadt wechselt“, sagte Söder in Anspielung auf München. Das sei bei Kandidaten aus anderen Bundesländern anders.

          „Höhepunkt ist die Rückkehr nach Bayern“

          Die eigentliche Kraft der CSU liege darin, in Berlin mitzuregieren, aber „die Kräfte nicht zu überdehnen“, formulierte Söder. Im übrigen gelte für ihn: „Der Höhepunkt der Reise nach Berlin ist die Rückkehr nach Bayern.“

          Zugleich forderte Söder, über den Unions-Kanzlerkandidaten erst zu diskutieren, wenn die Kandidatur anstehe – das sei wahrscheinlich erst im Jahr 2021 der Fall. Er wolle zwar nicht antreten. „Aber ich will mitbestimmen, wer es wird“, betonte der CSU-Vorsitzende. Deshalb lehne er auch die von der Jungen Union vorgeschlagene Urwahl eines Kanzlerkandidaten ab. Er erwarte im übrigen, dass die Wähler sich am Ende zwischen einem Kanzlerkandidaten der Union und einem der Grünen entscheiden würden.

          Söder hatte bereits mehrmals zu verstehen gegeben, dass er nicht Kanzlerkandidat werden wolle. Schon Mitte Oktober sagte er auf dem Deutschlandtag der Jungen Union, er habe mit dem CSU-Vorsitz und der Rolle als bayerischer Ministerpräsident seinen „Traumjob gefunden“.

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