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Seehofer-Nachfolge : Söder will CSU-Chef werden

  • Aktualisiert am

Nachfolger und Vorgänger? Markus Söder und Horst Seehofer Anfang November in München. Bild: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will Horst Seehofer als CSU-Chef beerben. Er sei bereit, sich in den Dienst der Partei zu stellen. Aussichtsreiche Gegenkandidaten sind nicht in Sicht.

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          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will Horst Seehofer auch als CSU-Chef beerben. Nach Seehofers Rücktrittsankündigung und einer Serie von Aufforderungen aus der ganzen Partei meldete der 51-Jährige am Sonntag seine Kandidatur an. „Nach reiflicher Überlegung und dem Wunsch vieler Mitglieder entsprechend bin ich bereit, mich in den Dienst der Partei zu stellen“, sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. „Deshalb bewerbe ich mich um das Amt des Parteivorsitzenden der CSU.“

          Der neue CSU-Vorsitzende soll auf einem Sonderparteitag am 19. Januar gewählt werden. Zu diesem Datum will Seehofer sein Amt abgeben, das hatte er am Freitag in einer schriftlichen Erklärung angekündigt. An Söders Wahl besteht kein Zweifel: Am Samstag hatte der einzige weitere ernstzunehmende Anwärter auf den Posten, der Europapolitiker Manfred Weber, seinen Verzicht erklärt – wie zuvor schon der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt. Er stehe wegen seiner Spitzenkandidatur bei den europäischen Konservativen (EVP) für die Europawahl „im Moment nicht als Parteivorsitzender zur Verfügung“, schrieb Weber bei Facebook. Andere aussichtsreiche Kandidaten für den Chefposten sind nicht in Sicht.

          „Große Herausforderungen liegen vor uns“

          Söder kündigte angesichts der beiden zurückliegenden schweren CSU-Niederlagen bei der Bundestagswahl im September 2017 und bei der bayerischen Landtagswahl vor einem Monat an, die Partei im Team in die Zukunft führen zu wollen. „Gemeinsam mit der Basis und den Mandatsträgern wollen wir im Team die CSU weiterentwickeln und erneuern“, sagte er. „Große Herausforderungen liegen vor uns. Wir können es nur gemeinsam.“

          Die CSU hatte schon bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 und zuletzt bei der bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober schwere Verluste hinnehmen müssen. Die nächste Bewährungsprobe ist schon in Sicht: die Europawahl am 26. Mai 2019. Dort hat mit Weber erstmals überhaupt ein CSU-Politiker Chancen, das Amt des EU-Kommissionspräsidenten zu übernehmen. Söder betonte deshalb auch: „Erste Aufgabe ist es nun, Manfred Weber in der Europawahl mit voller Kraft zu unterstützen.“ Webers EU-Kandidatur ist der Grund, warum er für den CSU-Vorsitz zum jetzigen Zeitpunkt nicht infrage kam. Dabei hatten einige CSU-Größen wie Ex-Landtagspräsidentin Barbara Stamm durchaus für Weber als Chef plädiert – weil eine Doppelspitze aus Söder und Weber die Volkspartei CSU in ihrer gesamten Breite repräsentieren könne.

          Seehofer hatte sich mit seiner Rücktrittsankündigung dem seit langem wachsenden Druck der CSU-Basis gebeugt. Die Partei macht vor allem ihn für den Absturz der CSU bei den beiden wichtigen Wahlen verantwortlich - auch wenn Söder der Spitzenkandidat bei der Bayern-Wahl war. Der Franke hatte Seehofer bereits im März als Ministerpräsident abgelöst, Seehofer wechselte damals als Bundesinnenminister nach Berlin.

          In seiner schriftlichen Erklärung vom Freitag betonte Seehofer nun: „Das Jahr 2019 soll das Jahr der Erneuerung der CSU sein.“ Offen ist weiterhin, wie lange Seehofer Bundesinnenminister bleiben will. Intern hat der 69-Jährige nach dpa-Informationen aber angekündigt, ohne den Parteivorsitz nicht lange Minister bleiben zu wollen.

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