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CSU-Präsidium unterstützt ihn : Söder beharrt auf Kanzlerkandidatur

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor der Präsidiumssitzung der CSU am 12. April Bild: dpa

Das CSU-Präsidium gibt Markus Söder für eine Kanzlerkandidatur einstimmig Rückendeckung. Nun müssen CSU und CDU sich einigen.

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          Das Ringen um die Kanzlerkandidatur für die Union geht in eine weitere Runde. Auch nach dem klaren Votum der CDU-Führungsgremien für ihren Parteivorsitzenden, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, will CSU-Chef Markus Söder noch nicht klein beigeben. Nach einer virtuellen Sitzung des CSU-Vorstands, der sich einstimmig für eine Kandidatur Söders aussprach, sagte der bayerische Ministerpräsident: „Das sind jetzt keine einfachen Tage, aber es geht auch um eine wichtige Weichenstellung.“

          Alexander Haneke
          (ahan.), Politik

          Am Montagvormittag hatten sich in Berlin Präsidium und Bundesvorstand der CDU klar für eine Kandidatur Laschets ausgesprochen. Das Meinungsbild hatte Generalsekretär Paul Ziemiak auf einer Pressekonferenz am Montagmittag als „eindeutig“ beschrieben. „Es gibt eine breite Unterstützung für Armin Laschet als Kanzlerkandidat für CDU und CSU.“

          Laschet hatte gesagt, er wolle „noch heute“ das Gespräch mit Söder suchen. „Alle wollen eine schnelle Entscheidung.“ Er betonte mit Rücksicht auf die Sitzung des CSU-Vorstands am Nachmittag, dass das Votum der CDU-Gremien keine Vorentscheidung über die Kanzlerkandidatur gewesen sei, sondern „Meinungsbild der CDU und ihrer 15 Landesverbände“.

          Söder und Laschet hatten am Sonntag beide ihren Willen zur Kandidatur für die Unionsparteien erklärt. Während Laschet schon seit Monaten keinen Zweifel daran gelassen hatte, dass er als Vorsitzender der größeren Schwesterpartei für diese Rolle bereit stehe, hatte Söder seine Ambitionen lange offen gehalten und auf das erste Zugriffsrecht der CDU hingewiesen.

          Auch am Sonntag hatte Söder betont, er und seine Partei würden auch eine Entscheidung der CDU zugunsten Laschets akzeptieren. Es werde auch dann weiter eine gute Zusammenarbeit geben. Am Montag präzisierte er, mit der Aussage habe er nicht allein ein Votum des Vorstands gemeint, sondern eine breite Mehrheit in der CDU, etwa auch in der Fraktion. „Ich habe immer gesagt, ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen, wenn meine Partei das will und wenn die CDU in der Breite das will“, sagte Söder.

          Mit Blick auf die derzeitigen Stimmung im Land sagte er, noch nie sei die Union innerhalb kurzer Zeit in der Wählergunst so gesunken. „Wir können uns nicht abkoppeln von der Mehrheitsmeinung.“  Söder liegt nach Umfragen seit langem deutlich vor Laschet. Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen, sich da zurückzuhalten, doch seien viele Wünsche an ihn herangetragen worden, auch aus der CDU. Er sprach sich dafür aus, die Entscheidung des CDU-Vorstands nochmal „abzugleichen mit den Chancen in der Bevölkerung“.

          Nun müsse man das alles in Ruhe einordnen, sagte Söder und verwies auf die „Signale“, die es aus vielen Landesverbänden zu seiner Unterstützung gegeben habe. „Wahlen gewinnt man nur mit einer breiten Unterstützung.“ Man brauche keinen endlosen Prozess, aber einen zielführenden. Er rechne mit einer Entscheidung noch in dieser Woche.

          Diskussionsbedarf sieht er unter anderem in der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Da gelte es in den nächsten Tagen „hineinzuhorchen“, äußerte er. Für eine Mitgliederbefragung, wie sie am Nachmittag der Vorsitzende der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, vorgeschlagen hatte, sei aus seiner Sicht keine Zeit. Söder kündigte jedoch an: „Am Ende werden wir ein gemeinschaftlich sehr, sehr gutes Ergebnis haben. Das kann ich versprechen.“

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