Der heiße Atem in Söders Nacken
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Schon damals im Nacken: Markus Söder und Hubert Aiwanger bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages am 5. November 2018. Bild: Picture Alliance
Der Zuspruch, den Aiwanger in der Flugblatt-Affäre erfuhr, sollte nicht nur der CSU zu denken geben, auch wenn er der Stachel in ihrem Fleisch ist: Die Leute wollen nicht bevormundet werden.
Markus Söder wusste, dass seine Entscheidung, Hubert Aiwanger nicht zu entlassen, „vielen nicht gefallen“ würde. Das war freilich eine Untertreibung, wie die mitunter schrillen Reaktionen beim politischen Gegner und viele Zeitungskommentare zeigen. Allenfalls wurde dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef zugutegehalten, dass Aiwanger mangels Hinrichtung nun nicht als Märtyrer durch den Freistaat ziehen und mit einem fulminanten Wahlergebnis seine eigene Wiederauferstehung feiern könnte.
Diese Aussicht hatte zweifellos auch dazu beigetragen, dass Söder sich entschied, Aiwanger nicht in die Wüste zu schicken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Entlassung die CSU Stimmen gekostet, die Freien Wähler aber gestärkt hätte. Ein noch schlechteres Ergebnis als bei der Wahl vor fünf Jahren könnte die CSU Söder kaum nachsehen. Selbst wenn er es danach schaffte, sich an der Spitze der Partei und der Landesregierung zu halten – Kanzlerkandidat würde er mit einem miesen Resultat nicht.
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