https://www.faz.net/-gpf-932g0

Nach fünf Monaten : Philippinen erklären Islamisten für besiegt

  • Aktualisiert am

Marawi nach der Befreiung durch Regierungstruppen Bild: Reuters

Fünf Monate lang hatte die Armee auf den Philippinen gegen Islamisten in Marawi gekämpft. Nun sollen auch die letzten Aufständischen besiegt sein. Es wäre das Ende einer Schreckenszeit.

          Regierung und Armee auf den Philippinen haben den fünf Monate langen Konflikt um die südphilippinische Stadt Marawi für beendet erklärt. Es gebe dort keine islamistischen Kämpfer mehr, sagte Verteidigungsminister Delfin Lorenzana am Montag. Bei den 42 Leichen, die zuletzt unter anderem aus eine Moschee geborgen worden waren, habe es sich um die letzten Aufständischen gehandelt.

          Während der blutigen Gefechte in der Stadt auf der Insel Mindanao wurden laut offiziellen Angaben etwa 1.130 Menschen getötet, davon 920 muslimische Extremisten, 165 Soldaten und Polizisten sowie mindestens 45 Zivilisten. Außerdem waren 300.000 Bewohner vor der Gewalt geflohen.

          Vergangene Woche hatte das Militär zwei führende Extremisten getötet, darunter den international gesuchten Isnilon Hapilon. Dieser galt als Anführer der philippinischen Terrororganisation Abu Sayyaf und hatte der arabischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) Treue geschworen. Die Vereinigten Staaten hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.  

          Die Kämpfe in Marawi waren in der letzten Maiwoche ausgebrochen, nachdem die Armee während einer Razzia nach Hapilon gesucht hatte. Daraufhin waren Hunderte muslimische Extremisten in die Stadt eingefallen. Sie hatten Geiseln genommen, Gebäude niedergebrannt und IS-Flaggen gehisst.

          Kurz nach Beginn der Kämpfe hatte Präsident Rodrigo Duterte für 60 Tage das Kriegsrecht über die gesamte Region Mindanao verhängt. Im Juli stimmte der Kongress mit deutlicher Mehrheit einer Verlängerung bis zum Jahresende zu. Ob das Kriegsrecht nun vorzeitig aufgehoben wird, war zunächst nicht klar.

          Weitere Themen

          Das Ende der Einsamkeit Video-Seite öffnen

          Insel Sokotra im Jemen : Das Ende der Einsamkeit

          Der Artenreichtum der Insel Sokotra hat sie zum Weltkulturerbe gemacht. Doch das Paradies ist von politischen Verwerfungen bedroht: Die Hilfe aus Saudi-Arabien und den Emiraten ist auch ein Zeichen von Autoritätsverlust.

          Die eindringliche Warnung des Heiko Maas

          Atomabkommen mit Iran : Die eindringliche Warnung des Heiko Maas

          Die EU bezichtigt Iran vorerst nicht der Angriffe auf die zwei Tanker im Golf von Oman. Außenminister Maas betont aber: „Wer kann, muss deeskalieren“. Er reagiert zudem auf die Drohung Irans, den Atompakt zu brechen.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          FAZ Plus Artikel: Youtube : Die neue Mündlichkeit

          Rezos Video rechnet mit Lesern, die lesen können, aber meistens nicht gelesen haben, was er für sie gelesen hat. Wie Youtube das Verhältnis von gesprochenem Wort, Schrift und Wissen verändert.
          Der frühere Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard. (Archiv)

          EZB-Konferenz in Sintra : „Es gibt keine Schuldenkrise“

          Die Eurozone braucht eine expansive Finanzpolitik und weniger strenge Schuldenregeln, sagt der Ökonom Olivier Blanchard bei der EZB-Konferenz in Sintra. Strukturreformen alleine genügten nicht, um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.