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Von drei Tätern angegangen : Abermals antisemitischer Angriff in Berlin

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Eine junge Frau trägt im Juli 2018 auf dem Bonner Marktplatz bei einer Demonstration gegen Antisemitismus ein Schild mit der Aufschrift „Jüdisches Leben in Deutschland willkommen“. Bild: dpa

Ein Amerikaner sei im Stadtteil Steglitz zuerst nach seiner Religion gefragt worden. Nachdem er sich als Jude zu erkennen gab, hätten ihm Angreifer ein blaues Auge geschlagen, berichtet er.

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          Die Polizei ermittelt nach einer mutmaßlichen antisemitischen Attacke auf einen 23 Jahre alten Mann in einem Berliner Park. Der junge Mann sei bei dem Angriff im Stadtteil Steglitz nach eigenen Angaben von drei Menschen belästigt und geschlagen worden, teilten die Beamten in der Hauptstadt am Mittwoch mit. Er habe dabei ein blaues Auge davongetragen. Der Staatsschutz der Polizei nahm Ermittlungen auf.

          Wie die Beamten unter Berufung auf die Strafanzeige des Amerikaners weiter mitteilten, war er dieser am Dienstagabend gegen 21.00 Uhr in einer Parkanlage unterwegs, als er von den drei Tätern angegangen wurde. Diese gehörten demnach zu einer größeren Gruppe aus etwa zehn Menschen. Ein Mann habe ihn nach seiner Religion gefragt. Als er geantwortet habe, er sei Jude, sei er geschlagen worden. Dabei habe er ein Hämatom am Auge erlitten und später den Angriff über die Internetwache der Polizei angezeigt.

          Übergriffe auf Juden, vor allem in der Hauptstadt, haben in den vergangenen Monaten eine Debatte über Antisemitismus in Deutschland ausgelöst. Im Raum steht die Frage, ob sich Menschen jüdischen Glaubens überall in der Bundesrepublik offen zu ihrem Glauben bekennen können – beispielsweise durch das Tragen der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung Kippa – oder ob sie sich dadurch zum Ziel von Repressalien machten.

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