https://www.faz.net/-gpf-8jozs

Reutlingen : Mann greift Menschen mit Machete an

Tatort in Reutlingen Bild: dpa

In Reutlingen hat ein syrischer Asylbewerber mit einer Machete um sich geschlagen und eine Frau getötet. Weitere Menschen wurden verletzt. Der Mann wurde festgenommen.

          1 Min.

          In Reutlingen (Baden-Württemberg) hat am Sonntagnachmittag ein 21 Jahre alter Asylbewerber aus Syrien eine Frau mit einer Machete getötet. Nach Darstellung des Polizeipräsidiums Reutlingen gingen um 16.30 Uhr mehrere Notrufe ein, dass es am Zentralen Omnibusbahnhof einen Streit zwischen einem Flüchtling und einer Frau gebe. Die Polizei war binnen weniger Minuten am Tatort.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Sie konnte den Mann unweit des Tatorts festnehmen, das Leben der Frau konnte aber nicht gerettet werden. Sie erlag ihren schweren Schnittverletzungen noch am Tatort. „Es gibt keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag. Es handelte sich um einen Einzeltäter. Für die Bürger in Reutlingen und Umgebung besteht keine Gefahr“, sagte ein Sprecher des Reutlinger Polizeipräsidiums dieser Zeitung.

          Bei Fluchtversuch angefahren

          Der Täter wurde von zahlreichen Passanten an dem belebten Busbahnhof beobachtet. Möglicherweise handelt es sich um eine Beziehungstat; die Polizei macht aber zur Identität der getöteten Frau keine Angaben. Angeblich soll es sich um eine Polin gehandelt haben, die schwanger war. Nach Angaben der Polizei ist der Täter seit einiger Zeit in Reutlingen „polizeibekannt“, der Asylbewerber soll mehrfach durch Körperverletzungsdelikte auffällig geworden sein. Nach der Attacke auf die Frau verletzte der Mann eine weitere Frau und einen Mann, die wegen ihrer Verletzungen im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten.

          Ob diese Personen Unbeteiligte waren und sich zufällig in der Nähe des türkischen Restaurants am Omnibusbahnhof aufhielten, vor dem sich die Messerattacke ereignete, so der Polizeisprecher, müsse noch ermittelt werden. Der nach Aussagen von Zeugen äußerst aggressiv wirkende Täter wurde bei einem Fluchtversuch von einem BMW-Fahrer angefahren und konnte dann von der Polizei verhaftet werden.

          Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte FAZ.NET: „Nach den Ereignissen von München und Würzburg haben die Menschen Angst. Sie sind verunsichert. Deshalb sind unsere Sicherheitsbehörden bei einer Bluttat wie der in Reutlingen in höchstem Maße sensibilisiert.“ Wichtig sei, dass festgenommen worden sei und für die Bürger nun keine Gefahr mehr bestehe. „In der aktuellen Situation“, so Strobl,  „ist eine schnelle Aufklärung der Tathintergründe wichtig. Diese werden wir genau analysieren.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal in der Kritik: Rainer Maria Kardinal Woelki

          Erzbistum Köln : Gibt es noch eine Zukunft mit Woelki?

          In Köln ist das Vertrauensverhältnis zwischen Erzbistum und Erzbischof zerrüttet. Ein externer Moderator muss einspringen. Nicht wenige hoffen, dass ein Spruch aus Rom die Angelegenheit schon vorher erledigt.
          Im Wahlkampf: Der Kanzlerkandidat der Union und CDU-Vorsitzende Armin Laschet

          Wahlprogramm der Union : Adenauer reicht nicht mehr

          Vielleicht wäre es Armin Laschet am liebsten gewesen, einfach Wahlkampfplakate mit den Worten „Keine Experimente!“ zu bedrucken – und abzuwarten, wie sich die Konkurrenz um Kopf und Kragen redet. Tatsächlich muss er mehr tun.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.