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Mangel an Schulleitern : 1000 Grundschulen finden keinen Chef

  • Aktualisiert am

Schulleiter sollten weniger selbst unterrichten müssen, fordern nicht nur Gewerkschaftler. Bild: dpa

Viel Verantwortung, wenig Anreize: Jede zehnte Grundschule hat laut einem Bericht keinen festen Schulleiter. Das liegt nicht nur an der Bezahlung.

          Bundesweit müssen nach einem Zeitungsbericht etwa 1000 Grundschulen ohne feste Schulleitung auskommen. An etwa jeder zehnten Grundschule gibt es derzeit nur einen kommissarischen Chef, wie die Zeitung „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf die Kultusminister der Bundesländer berichtet. Wesentliche Gründe für den Bewerbermangel seien hohe Anforderungen und eine vergleichsweise geringe Bezahlung. Das Problem beschäftigt die Schulbehörden seit langem.

          Besonders dramatisch sei die Situation in Berlin und Nordrhein-Westfalen. In der Hauptstadt habe jede fünfte Grundschule entweder keinen Rektor oder keinen Konrektor. In NRW hätten von 2787 Grundschulen 345 keinen Schulleiter und 670 keinen Stellvertreter. Die meisten Lehrkräfte an Grundschulen sind Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten.

          Probleme in etwas geringerem Umfang haben nach den Angaben auch Hamburg, das Saarland und Bremen. Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten angegeben, die Zahlen nicht zentral zu erfassen. Auch dort müssten Schulleiterstellen aber oft mehrmals ausgeschrieben werden.

          Weniger unterrichten, mehr leiten

          „Das Problem unbesetzter Schulleitungsstellen ist nicht auf Knopfdruck zu lösen“, sagte NRW-Schulministerin und Vize-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne). „Deswegen arbeiten wir daran, die Arbeitsbedingungen von Schulleitern mittel- und langfristig konkret zu verbessern.“ Konkret sollen Schulleiter weniger unterrichten, um mehr Zeit für die Leitung zu haben. Zudem würden zukünftige Schulleiter umfassend auf ihre neue Führungsaufgabe vorbereitet werden.

          Nach Überzeugung von Lehrerorganisationen reichen die Maßnahmen bei weitem nicht aus. „Die Bezahlung für Schulleiter an Grundschulen ist völlig unattraktiv“, sagte der Gewerkschaftschef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. Abgesehen von der Unterrichtsverpflichtung blieben einem Rektor in der Woche rund zwölf Stunden für seine Leitungsaufgaben. „Das ist lächerlich“, kritisierte Beckmann.

          Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, Grundschullehrer sollten mit den Lehrern weiterführender Schulen gleichgestellt werden. Außerdem müssten die Bundesländer deutlich mehr in Verwaltungs-Jobs investieren. Gerade im ländlichen Raum gebe es viel zu wenig Vollzeit-Sekretariate.

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