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Manager des „Nord-Süd-Dialogs“ : Eventmanager Schmidt zahlte Flug Becks

  • -Aktualisiert am

Ministerpräsident Beck: Linienflug nach Hamburg nicht in Frage gekommen Bild: dapd

Eventmanager Manfred Schmidt hat Kurt Beck 2008 einen Charterflug für mehrere tausend Euro gezahlt. Becks Sprecher gibt an, es habe keine geschäftlichen oder privaten Beziehungen gegeben.

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          Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck (SPD) hat sich einen Flug von Berlin nach Hamburg vom Eventmanager Manfred Schmidt bezahlen lassen. Ein Sprecher Becks bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitschrift „Stern“. Der Flug in einem gecharterten Privatjet am 19. Februar 2008 kostete nach Angaben der Zeitschrift für Beck und zwei Sicherheitsbeamte 3927 Euro. Beck habe in seiner damaligen Eigenschaft als Bundesvorsitzender der SPD und als Medienpolitiker an der von Schmidt organisierten Veranstaltung „Arcandor Media Get Together“ teilgenommen, sagte der Sprecher.

          Thomas Holl

          Redakteur in der Politik.

          Allerdings habe am Nachmittag desselben Tages in Berlin eine Sitzung der Bundestagsfraktion der SPD stattgefunden. An diesem von der Dauer schwer abzuschätzenden Treffen habe Beck teilnehmen müssen. Ein Linienflug nach Hamburg sei deshalb nicht in Frage gekommen.

          Eventmanager Schmidt: Großen Wert auf die Anwesenheit Becks gelegt

          Da Schmidt großen Wert auf die Anwesenheit Becks gelegt hätte, sei angeboten worden, die Kosten für einen Charterflug zu übernehmen. Dieses Angebot habe Beck angenommen. Zwischen Beck und Schmidt habe es aber „keine geschäftlichen, privaten oder gar politischen Beziehungen“ gegeben. Die rheinland-pfälzische CDU forderte eine öffentliche Erklärung Becks.

          Auch Özdemir eingeladen

          Der Grünen-Vorsitzende Özdemir bestätigte derweil der Berliner „Tageszeitung“, ebenfalls von Schmidt eingeladen worden zu sein. Dieser habe ihn 2011 zu einem Fußballspiel in Barcelona eingeladen. Dass das Ticket für die Partie Barcelona gegen Real Madrid viel teurer gewesen sei als die Summe, die Schmidt ihm dafür in Rechnung gestellt habe, das habe er nicht gewusst. „Wenn sich herausstellt, dass Herr Schmidt nicht den tatsächlichen Preis in Rechnung stellen ließ, werde ich die Differenz selbstverständlich begleichen“, sagte Özdemir. Die Kosten für Anreise und Übernachtung in Barcelona seien aus der Parteikasse bezahlt worden, weil am Spieltag auch ein Treffen mit den katalanischen Grünen sowie ein Interview stattfanden.

          Gegen Schmidt wird derzeit wegen des Verdachts der Bestechung ermittelt. Schmidt hatte den „Nord-Süd-Dialog“ organisiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang auch gegen den früheren Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker.

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