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SPD und Linkspartei : Rot-rotes Luftschloss

  • -Aktualisiert am

Rot, röter, Mehrheit? So einfach ist es für die SPD nicht mehr. Bild: AFP

Malu Dreyer bringt mal wieder eine Koalition der SPD mit der Linkspartei ins Gespräch. Dabei müssten sich – wenn überhaupt – eher die Grünen solche Gedanken machen.

          Eine linke Sammlungsbewegung, das wär doch mal was! Wenn die SPD es allein nicht mehr schafft, sich aus dem Umfragesumpf zu befreien, dann vielleicht mit vereinter linker Kraft? Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und eine der drei Übergangsvorsitzenden der SPD, brachte nun mal wieder eine Koalition mit der Linkspartei ins Gespräch. „Sollte es eine Mehrheit links von der Union geben, müssen wir das Gemeinsame suchen und das Trennende analysieren“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

          Vor einigen Jahren konnten Sozialdemokraten noch den Wähler aufschrecken, wenn sie von einer Koalition mit der Linkspartei sprachen, doch diese Zeiten sind lange vorbei. Das hängt auch damit zusammen, dass diese Überlegungen – Stand jetzt – komplett folgenlos bleiben. Denn Rot-Rot-Grün ist weit von einer Mehrheit entfernt. Der Linkspartei geht es auch überhaupt nicht gut, das ist nur angesichts des Niedergangs der SPD etwas aus dem Blick geraten.

          Nur 5,5 Prozent holte die Linke bei der Europawahl. In aktuellen Umfragen steht sie bei etwa acht Prozent. Sahra Wagenknecht, die umstrittene, aber auch populäre Führungsfigur, tritt im Herbst als Fraktionsvorsitzende ab. Man könnte nicht behaupten, dass es bislang allzu großes Interesse an dem Posten gibt. Und schließlich steckt die von ihr initiierte Sammlungsbewegung „Aufstehen“ fest. Weder SPD noch Linke sind gerade besonders attraktive Bündnispartner.

          Denn nicht die SPD, sondern die Grünen müssten sich – wenn überhaupt – Gedanken über ein solches Linksbündnis machen. Sie liegen stabil bei 23 bis 25 Prozent in den Umfragen, das ist mehr, als SPD und Linke zusammen erreichen. Aber die Grünen äußern sich noch nicht einmal dazu, ob sie einen Kanzlerkandidaten aufstellen wollen.

          Es kommt der Partei sehr recht, im Vagen bleiben zu können. Sollen die anderen sich doch in unrealistischen Koalitionsgedankenspielen verheddern.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

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