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Machtkampf in der CSU : Pauli will Basisabstimmung über Stoiber

  • Aktualisiert am

Mit offenem Visier gegen Stoiber: Gabriele Pauli Bild: AP

Die Fürther CSU-Landrätin Pauli klagt in der F.A.S. über falsch verstandene Loyalität zu Stoiber unter den CSU-Oberen: „Die müssen aber dringend darüber nachdenken, ob sie der CSU dienen, wenn sie an einem Ministerpräsidenten festhalten, den 60 Prozent der Bayern nicht mehr wollen.“

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          Die Fürther CSU-Landrätin Gabriele Pauli sieht gute Chancen, gegen den Willen der Parteiführung eine Mitgliederbefragung darüber abzuhalten, wer als Spitzenkandidat der CSU in die Landtagswahl 2008 gehen soll. Sie lehnt eine abermalige Kandidatur von Ministerpräsident Edmund Stoiber ab.

          In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) kündigte Pauli an, sie wolle auf dem demnächst stattfindenden, so genannten Kleinen Parteitag der CSU „zusammen mit vielen anderen Parteimitgliedern“ einen Antrag auf Mitgliederbefragung stellen. „Wenn unsere Anträge eine Mehrheit finden, was ich für sehr gut möglich halte, kann eine Befragung relativ schnell stattfinden.“ Pauli fuhr fort: „Auf dem regulären Parteitag im Herbst sollte dann die Nominierung stattfinden.“

          Falsch verstandene Loyalität unter den CSU-Oberen

          Pauli sieht einen zunehmenden Widerstand von Abgeordneten des bayerischen Landtags gegen eine abermalige Kandidatur von Ministerpräsident Edmund Stoiber bei der Landtagswahl 2008. Sie nannte als Beispiele die Abgeordneten Sebastian von Rotenhan und Konrad Kobler.

          Erkennt Stoiber die Zeichen in der CSU?

          Jene führenden CSU-Politiker, die an einer Kandidatur Stoibers festhalten, griff Pauli scharf an: „Es gibt aber noch immer eine falsch verstandene Loyalität unter den CSU-Oberen. Diese müssen aber dringend darüber nachdenken, ob sie der CSU dienen, wenn sie an einem Ministerpräsidenten festhalten, den 60 Prozent der Bayern nicht mehr wollen.“ Sie warf den Unterstützern Stoibers vor, über die Köpfe der Partei hinweg die Kandidatur des jetzigen Ministerpräsidenten bei der Landtagswahl 2008 durchsetzen zu wollen: „Denn was wir im Moment erleben, ist ja nur die Reaktion einer kleinen Führungsschar, die zum Teil in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Edmund Stoiber steht.“

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