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Machtkampf in der CDU : Merz, der Messias

Friedrich Merz am 25. Oktober in Berlin vor Beratungen der engeren CDU-Spitze über den nächsten Bundesparteitag Bild: dpa

Die Anhänger von Friedrich Merz erwarten, dass er sie in die gute alte Zeit zurückführt. Dabei könnte er eine Politik des Rollback gar nicht kompromisslos durchsetzen.

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          Wer in diesen Zeiten Friedrich Merz kritisiert, sollte wetterfest angezogen sein. Denn schnell bricht dann ein Shitstorm los, dessen Wortwahl nicht hinter dem zurückbleibt, was man von AfD- und Trump-Anhängern gewohnt ist. Die Belehrungen und Beschimpfungen lassen sich so zusammenfassen: Merz ist der Erlöser der CDU! Nur er kann die Partei wieder auf den rechten Weg führen! Wer das nicht erkennt, ist blind, Mainstream, linksgrün gesinnt oder – am schlimmsten – ein willfähriger Knecht des Merkel-Regimes!

          Da ist man dann in gar nicht so schlechter Gesellschaft, denn zu diesen Knechten werden auch Politiker wie Wolfgang Schäuble und Volker Bouffier gezählt. Sie haben schließlich wie das ganze CDU-Präsidium (23 Mitglieder) und der gesamte Vorstand (41 Mitglieder) für die Verschiebung des Parteitags gestimmt. Merz behauptete, die habe wenig mit der Verschärfung der Corona-Krise zu tun, viel aber mit dem Versuch des CDU-„Establishments“, ihn als Vorsitzenden zu verhindern, obwohl das Parteivolk das eindeutig so wolle.

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