https://www.faz.net/-gpf-8p4ot

Verfassungsschutz-Präsident : Maaßen: Salafisten-Szene hat sich grundlegend verändert

  • Aktualisiert am

Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) Bild: dpa

Noch vor einigen Jahren gab es wenige zentrale Figuren in der deutschen Salafisten-Szene. Deren Struktur hat sich nun grundlegend geändert, sagt Verfassungsschutz-Präsident Maaßen. Das erschwere die Überwachung.

          Die deutsche Salafisten-Szene hat nach Verfassungsschutz-Angaben eine grundlegende Veränderung erlebt. Vor ein paar Jahren sei der Salafismus immer mit ein paar Personen in Verbindung gebracht worden, „Leuten wie Pierre Vogel, Sven Lau oder Ibrahim Abou Nagie. Ihre Namen werden kaum noch erwähnt“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er äußerte sich knapp drei Wochen nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag des tunesischen Salafisten Anis Amri.

          Es seien nun meist Einzelpersonen, die ihre „Jünger“ um sich scharen, fuhr Maaßen fort. „Man kann daher nicht mehr von der salafistischen Szene reden, sondern man hat es mit vielen Hotspots zu tun.“ Derzeit werden in Deutschland nach BfV-Angaben mehr als 9700 Personen dem Salafismus zugerechnet, einer besonders radikalen islamischen Strömung. Ende Oktober hatte der Verfassungsschutz die Zahl der Salafisten noch auf 9200 beziffert.

          Maaßen zufolge bilden sich sehr viele salafistische Gruppen, die vor allem über virtuelle Netzwerke kommunizieren, etwa im Internet oder in WhatsApp-Gruppen. „Das haben wir vor ein paar Jahren gar nicht gekannt.“ Diese Veränderungen erschwerten die Arbeit des Verfassungsschutzes, „weil wir nicht mehr nur auf einige wenige Köpfe schauen müssen. Wir müssen auf viele Gruppierungen achten.“

          Weitere Themen

          Tausende Lehrer protestieren in Hongkong Video-Seite öffnen

          Protestwochenende angekündigt : Tausende Lehrer protestieren in Hongkong

          In Hongkong haben sich die regierungskritischen Proteste fortgesetzt. Trotz Regens gingen tausende Lehrer auf die Straße. Sie versammelten sich im zentralen Geschäftsbezirk und marschierten zum Sitz der umstrittenen Regierungschefin Carrie Lam.

          Topmeldungen

          Zweifelhaftes Manöver: CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer

          Streit zwischen AKK und Maaßen : Selbstdemontage einer Volkspartei

          Der Streit zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Hans-Georg Maaßen ist zwei Wochen vor den Wahlen in Ostdeutschland das Dümmste, was der CDU passieren kann.

          Bundesliga im Liveticker : 4:1 – Dortmund dreht auf

          Bis zur Pause hält Augsburg ein 1:1 in Dortmund – doch nach Wiederanpfiff ist die BVB-Offensive nicht mehr zu halten. Köln droht derweil mit einer Pleite in die Bundesliga zurückzukehren. Verfolgen Sie die Spiele im Liveticker.

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.
          Wer klug umschuldet, hat womöglich schneller als der Nachbar wieder Geld für den neuen Anstrich.

          Die Vermögensfrage : Umschulden macht Spaß

          Die Zinsen sind so niedrig wie nie zuvor. Davon können mehr Leute profitieren als gedacht. Wer einen alten Baukredit hat, spart besonders viel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.