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Attentat am 20. Juli 1944 : Maas für europäisches Erinnern an Widerstand gegen Hitler

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Bild: EPA

Vor 74 Jahren scheiterte das Stauffenberg-Attentat gegen Hitler. Außenminister Maas schlägt ein gemeinsames Gedenken an die Geschichte des Widerstands vor – als „Immunisierung“ gegen Populismus.

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          Außenminister Heiko Maas (SPD) hat zu einem „gemeinsamen europäischen Erinnern“ an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen. „Das wäre auch eine gesunde Immunisierung gegen die populistische Propaganda in allen europäischen Ländern“, sagte Maas am Freitag in Berlin. Er sprach in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand bei einer Veranstaltung zum 74. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor in ihrer Sommerpressekonferenz bekräftigt, dass der 20. Juli nicht irgendein Tag in der deutschen Geschichte sei. Viele Menschen hätten damals für ein vereintes Europa ihr Leben gelassen. In der heutigen Zeit entscheide sich, ob Deutschland wirklich aus der Geschichte gelernt habe.

          Maas empfahl, „junge Menschen in allen Teilen Europas mit der gegenseitigen Geschichte des Widerstands vertraut zu machen“. Dabei müssten die Unterschiede benannt werden „zwischen dem Widerstand gegen eine fremde Besatzungsmacht und dem Widerstand gegen eine Diktatur im eigenen Land“. Zugleich müssten auch die Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden, „allen voran der Mut aller Widerstandskämpfer im Ringen um die Menschlichkeit“. Der Außenminister sprach zugleich denen ein Recht auf Widerstand ab, die heute „Volksvertreter lautstark als Volksverräter schmähen, die Erinnerung als Schuldkult abtun und freie Medien als Lügenpresse diffamieren“. Es dürfe kein „feines Schweigen“ geben, wenn Wutbürger und Ewiggestrige „Symbole des Widerstands perfide umdeuten“.

          Der SPD-Politiker rief zur Zivilcourage auf: „Mischen wir uns ein, wenn Diskussionen im Familien- und Freundeskreis in dumpfe Ressentiments abgleiten. Setzen wir Argumente und Fakten gegen die Untergangsszenarien der Rechtspopulisten. Äußern wir uns differenziert, wenn Nationalisten allzu einfache Lösungen vorgaukeln“, so Maas.

          An der Feierstunde nahmen zahlreiche Politiker und Vertreter des öffentlichen Lebens teil, unter anderem Bundesratspräsident und Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD), Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, und Vertreter von Berliner Senat und Abgeordnetenhaus.

          Am 20. Juli 1944 scheiterte das Attentat einer Gruppe um Stauffenberg auf Adolf Hitler. Er und vier Mitverschwörer wurden noch in der Nacht hingerichtet, weitere 140 Mitwisser traf es in den folgenden Tagen.

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