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Lübcke-Prozess : Warum die Anklage die Höchststrafe für Stephan E. beantragt

Stephan Ernst, der des Mordes an dem Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke angeklagt ist. Bild: dpa

Oberstaatsanwalt Killmer betonte in seinem Plädoyer die weitreichenden Dimensionen der Ermordung Walter Lübckes und eine besondere Schwere der Schuld von Stephan E.

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          Es waren große Bögen, die der Generalbundesanwalt am Dienstag spannte. Sein Vertreter, Oberstaatsanwalt Dieter Killmer, sprach von einer „traurigen Tradition“ rechtsextremer Taten, in die sich die Ermordung Walter Lübckes und der versuchte Mord an Ahmed I. einreihten. Neben dem Terror des NSU und dem Attentat von Halle rief er den Doppelmord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke 1980 in Erinnerung. Killmer hob in seinem Plädoyer die historische, politische und gesellschaftliche Dimension der Ermordung Walter Lübckes hervor, des „ersten rechtsextremen Mordes an einem Politiker seit dem Attentat auf Walther Rathenau 1922“.

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

          Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass Stephan E. beide Taten beging. „Unmittelbar“ habe er sie zwar allein ausgeführt. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in der Tradition des „führerlosen Widerstandes“ stünden, zu dem schon Heinrich Himmler aufgerufen habe, als er die Bildung sogenannter Werwolfgruppen befahl. „Ohne psychologische Unterstützung online oder offline wären die Taten nicht denkbar gewesen“, so Killmer. Eben hier liege der Beitrag von Markus H., der sich in den Augen der Bundesanwaltschaft der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht hat.

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