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Mord an Walter Lübcke : Umstrittener V-Mann-Führer hatte Kontakt zu Stephan E.

  • -Aktualisiert am

Andreas Temme, hier 2015 in einer Anhörung des NSU-Untersuchungsausschusses im hessischen Landtag, war dienstlich mit dem mutmaßlichen Lübcke-Mörder befasst. Bild: dpa

Der frühere Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme geriet schon im Zusammenhang mit der Aufklärung des NSU-Mordes an Halit Yozgat in den Fokus der Ermittler. Nun gesteht Hessens Innenminister Beuth eine Verbindung zu Stephan E. ein.

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          Der umstrittene frühere Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes Andreas Temme war dienstlich mit dem mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke befasst. Das sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Hessischen Landtags.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Temme war schon einmal in den Fokus der Ermittler geraten, als es um die Aufklärung des vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ begangenen Mordes an Halit Yozgat in einem Kasseler Internetcafé im Jahr 2006 ging. Er hatte sich zum Tatzeitpunkt in dem Café befunden, wollte jedoch weder die Tat mitbekommen noch den sterbenden Yozgat gesehen haben. Temme führte damals mehrere V-Leute.

          Dass Temme sich als „Sachbearbeiter in Nordhessen“ dienstlich mit dem mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan E. befasst habe, sei „nicht überraschend“, sagte ein Sprecher des hessischen Innenministeriums am Donnerstag. Es seien zwei Berichte in der Personenakte von E. im Jahr 2000 mit dem Namen Temme gezeichnet. Dem Verfassungsschutz seien keine dienstlichen Treffen zwischen E. und Temme bekannt. Dieser sei seit 2007 nicht mehr beim Verfassungsschutz beschäftigt.

          Nachdem E. seit 2009 angeblich nicht mehr auffällig gewesen war, sperrte der Verfassungsschutz seine Akte. Vor dem Hintergrund der Aussage Beuths stelle sich insbesondere die Frage, ob Temme an der Entscheidung, dass E. als „abgekühlt“ galt, mitgewirkt habe, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Stefan Müller. Nach Angaben von Politikern von SPD, FDP, Linken und AfD wird nun ein Untersuchungsausschuss immer wahrscheinlicher.

          Schon zuvor war bekannt geworden, dass offenbar auch Markus H., über den der Verfassungsschutz ebenfalls eine Akte führte und über den E. seine Waffen erhalten haben soll, einen Bezug zum NSU-Mord hatte. H. soll Yozgat gekannt haben und deswegen 2006 von den Ermittlern vernommen worden sein.

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