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AfD : Lucke beklagt Ansehensverlust durch internen Streit

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Kritik und Selbstkritik: der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke in einer Aufnahme aus dem vergangenen Februar Bild: dpa

Auf gleich zwei Landesparteitagen hat sich die Alternative für Deutschland mit sich selbst beschäftigt. Man habe es den Bremer Parteifreunden nicht leichtgemacht, sagte der Vorsitzende Bernd Lucke in Bellheim.

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          Der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke hat einen „Ansehensverlust“ seiner Partei beklagt. Auf einem Parteitag des rheinland-pfälzischen Landesverbandes der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) in Bellheim verwies Lucke am Samstag auf Querelen innerhalb der Partei. Kaum seien Vorstände gewählt, würden auch schon wieder Rücktrittsforderungen erhoben. „Wir haben es unseren Parteifreunden nicht leicht gemacht“, sagte er mit Blick auf die am Sonntag anstehende Wahl der Bremer Bürgerschaft. Lucke forderte, durch solide Sacharbeit größere Wählerschichten zu erschließen.

          Nach der Eröffnungsrede stehen in Bellheim die Wahlen zum Landesvorstand an. Erwartet wird eine Richtungsentscheidung zwischen dem als überwiegend gemäßigt geltenden Alt-Vorstand und neuen Bewerbern, die eher dem nationalkonservativen Lager zugerechnet werden. Am Morgen hatte eine Gruppe von überwiegend nationalkonservativ orientierten Mitgliedern bereits versucht, eine Debatte über eine neue Landessatzung zu erzwingen, war damit aber gescheitert. Auf dem Parteitag, der noch bis Sonntag dauert, sollen auch die Eckpunkte eines Programms zur Landtagswahl am 13. März 2016 verabschiedet werden.

          Ärger auch in Nordrhein-Westfalen

          Auch der Landesparteitag der nordrhein-westfälischen AfD begann am Samstag mit einer Auseinandersetzung. Im Zentrum stand der Landesvorsitzende Marcus Pretzell. Zwei seiner Vorstandskollegen legten zum Auftakt der Sitzung in Siegen ihre Ämter nieder. „In dieser personellen Zusammensetzung des Landesvorstandes ist keine Zusammenarbeit möglich“, begründete Hermann Behrendt aus dem Rhein-Kreis seinen Rücktritt. Er habe „andere Vorstellungen von Anstand und Ehre“, sagte er mit Blick auf Pretzell, dem eine chaotische Amtsführung vorgeworfen wird.

          Auch der stellvertretende Landessprecher Reiner Rohlje zog sich aus dem Landesvorstand zurück, weil die Mehrheit des Landesverbandes andere Ziele verfolge als er. Rohlje befürchtet, dass die NRW-AfD auch zu einem Rechtsruck in der Bundespartei beitragen könnte. Pretzell nahm den Rücktritt seiner beiden Vorstandskollegen sichtlich erleichtert hin. Die Kritik an seiner Person nehme er nicht persönlich: „Da habe ich in den vergangenen Wochen Schlimmeres gehört.“ Die AfD hatte kurzfristig zu dem Landesparteitag nach Siegen geladen, um die Delegierten für den Bundesparteitag Mitte Juni in Kassel zu wählen. Mit insgesamt 123 Delegierten hat der Landesverband dort einiges Gewicht.

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