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FAZ.NET exklusiv : Linkspartei verzeichnet Eintrittswelle

Delegierte der Linkspartei beim Bundesparteitag 2011 in Erfurt Bild: dpa

2016 sind mehr Menschen in die Linkspartei eingetreten als in jedem anderen Jahr der laufenden Dekade. Ihren Erfolg führt die Parteizentrale auf „Trump und Co.“ zurück.

          Die Linkspartei hat im Jahr 2016 so viele Eintritte verzeichnet wie seit 2009 nicht mehr. Die Partei hat dadurch ihren jahrelangen starken Mitgliederschwund faktisch gestoppt. Das erfuhr FAZ.NET aus der Parteizentrale. Einen Spitzenwert bei den Eintritten verzeichnete die Partei in der Woche nach der Wahl des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Der Eintritt von 314 Mitgliedern in einer Woche habe rund das 4,5-fache der durchschnittlichen Eintritte betragen, heißt es aus der Partei.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die gestiegene Mitgliederzahl verbindet die Linkspartei mit dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien und Strömungen, gegen die sich die neuen Mitglieder engagieren wollten. Darauf wiesen Aussagen vieler Neumitglieder wie etwa „Jetzt erst recht gegen Trump und Co.“ hin.

          Wie FAZ.NET erfuhr, traten im vergangenen Jahr 5406 Personen in die Linkspartei ein. Dadurch verlor die Partei nur noch 79 Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr. Das macht 0,1 Prozent aus. Besonders viele Eintritte gab es in den letzten beiden Quartalen 2016. So konnte die Partei im letzten Quartal 1836 neue Mitglieder gewinnen.

          Mit dem Eintrittsrekord seit 2009 habe die Linkspartei „die Trendwende geschafft“, sagte Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn gegenüber FAZ.NET. Die Partei habe sich stabilisiert. Dass vor allem junge Menschen einträten, unterstreiche „die Zukunftsfähigkeit unserer Partei“. Bei den Neueintritten 2016 handelt es sich zu 57 Prozent um junge Menschen unter 36 Jahren und zu 30 Prozent um Frauen.

          Matthias Höhn, Bundesgeschäftsführer der Linkspartei

          Die Linkspartei, die an einer überalterten Mitgliederstruktur leidet, hatte in den Jahren 2010 bis 2015 rund 19.000 Mitglieder verloren. So waren Ende 2009 rund 78.000 Personen Mitglied der Partei, Ende 2015 waren es nur noch 58.989. Zum 31. Dezember 2016 wurden 58.910 Mitglieder gezählt. Die meisten Eintritte 2016 gab es in Nordrhein-Westfalen, Berlin und im Saarland. Im Verhältnis zur bisherigen Mitgliederzahl konnten das Saarland, Niedersachsen und Baden-Württemberg die meisten neuen Mitglieder gewinnen.

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