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Susanne Hennig-Wellsow : Die rote Boxerin

Susanne Hennig-Wellsow vor ihrem Abgeordnetenbüro in Erfurt Bild: Klein, Nora

Susanne Hennig-Wellsow möchte Vorsitzende der Linkspartei werden. Ihren Pragmatismus schmückt die Vertraute des Thüringer Regierungschefs Bodo Ramelow mit antifaschistischen Gesten.

          5 Min.

          Was ist da in der Urne?“ – „Na, die Asche von Marx“, sagt Susanne Hennig-Wellsow. Sie ist die Landesvorsitzende der Linken in Thüringen, Fraktionschefin im Landtag und rechte Hand des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Am kommenden Wochenende wird ein Parteitag der Linken - so er denn stattfindet - sie wahrscheinlich zur Bundesvorsitzenden wählen, im Doppel mit der hessischen Fraktionsvorsitzenden Janine Wissler. Die gilt als sehr links. Wo aber steht Hennig-Wellsow?

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Im Augenblick gerade vor einer Andenkenwand in ihrem Erfurter Wahlkreisbüro. An der Wand hängt ein Plakat der „Antifaschistischen Aktion“, allerdings eines, das ein wenig anders ist als sonst. Im Wappen prangen nicht die üblichen zwei Fahnen in rot und schwarz, sondern Blumensträuße. Warum, ist klar: Als Thüringen im Februar Deutschlands zentraler Krisenherd war, weil der FDP-Mann Thomas Kemmerich sich mit den Stimmen der Union und vor allem denen der AfD für kurze Zeit zum Regierungschef hatte wählen lassen, hatte Hennig-Wellsow die Stunde ihres Lebens. Sie ging zu Kemmerich und knallte ihm einen Blumenstrauß vor die Füße.

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