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Linkspartei : Das doppelte Flottchen

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Gemeinsam die Böcke ablösen: Katja Kipping (rechts) und Katharina Schwabedissen am Mittwoch in Hannover Bild: dpa

Nun streben auch zwei Frauen an die Spitze der Linkspartei. Viele Parteimitglieder finden das gut: die jungen Kräfte sollen die „Böcke“ vertreiben und der Partei ein frisches Gesicht geben.

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          „Wenn das gelingt“, sagte der Brandenburger Bundestagsabgeordnete Thomas Nord am Mittwoch, „wenn das gelingt, ist es ein ungeheurer Kulturbruch in dieser Partei“. Nord gehört zu denen, die in den vergangenen Tagen aus der Idee einer weiblichen Doppelspitze für die Linkspartei eine Kandidatur gemacht haben. Die anderen sind die Bundesgeschäftsführerin Caren Lay, Brigitte Ostmeyer aus dem Parteivorstand und der Bundestagsabgeordnete Jan van Aken. Die Kandidatinnen sind Katja Kipping und Katharina Schwabedissen. Sie haben sich am Mittwoch in Hannover mit einem kurzen Text als „Team“ vorgestellt: „Es geht heute darum, für die sozialistische Idee, die Idee einer Gesellschaft der Freien und Gleichen, unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts zu kämpfen.“ Heute sei der Sozialismus nicht „nur eine Frage der Inhalte, sondern auch der Methode“.

          Begrüßt wurde die weibliche Doppelkandidatur weit über ihren Unterstützerkreis hinaus. Der derzeitige Vorsitzende Klaus Ernst - der immer noch nicht erklärt hat, ob er beim Parteitag in Göttingen abermals antreten wird -, wies wohlwollend darauf hin: „Zwei Männer haben wir ja schon gehabt.“ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Ulrich Mauer, sagte in der ARD, wenn die Linke überhaupt noch eine Chance haben will, dann sei es an der Zeit, „dass sie jünger wird, dass sie weiblich wird und dass die Böcke sich vom Acker machen“. Am Mittwoch war auch der leise Hinweis zu hören, die Frauen hätten sich ruhig früher entschließen können. Die Reaktionen auf ihre Kandidatur aber waren weithin positiv.

          Dazu, ob sie gegebenenfalls auch einzeln und mit einem anderen männlichen Kandidaten antreten würden, äußerten sich Frau Kipping und Frau Schwabedissen nicht. Nord sagte, das werde mit Bedacht offengelassen: Die beiden Frauen wollten ein Team sein, nicht ein „Personalpaket“ anbieten, sie wollten vermeiden, bei ihrer Kandidatur „überzutaktieren“ und sich nicht als „Kaderkommission“ aufspielen. Negatives Vorbild der Personaldebatte ist der Vorstand, den Gregor Gysi vor zwei Jahren zusammenstellte.

          Am Dienstag hatte Oskar Lafontaine, der offenkundig „übertaktiert“ hatte, seine Kandidatur zurückgezogen, die er an eine Reihe von Bedingungen geknüpft hatte. Für ihren Parteitag Anfang Juni hat die Linkspartei mehrere Kandidaten für den Vorsitz. Dietmar Bartsch hat schon im November seine Kandidatur erklärt. Die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann meldete sich am Montag. Auch weitere Außenseiter wie der Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung Karsten Krampitz, der sich bei der Berlin-Brandenburger Regionalkonferenz am Dienstagabend vorstellte, werden gewiss noch auftauchen. Bartsch sagte am Mittwoch, er habe immer andere zur Kandidatur aufgefordert, schon im November habe er von dem nötigen Neuanfang für die Partei gesprochen: „In anderthalb Wochen wird der Parteitag wählen.“ So sieht es auch der Vorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn: „Jetzt können die Delegierten zwischen Konzepten und Personen entscheiden.“

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