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Linksextremismus : Brandanschlag an Berliner Bahnstrecke

  • Aktualisiert am

Berlin: Anschlag auf die Bahnstrecke Hamburg-Berlin bei Spandau im Oktober 2011 Bild: dapd

Unbekannte haben im Berliner Bezirk Zehlendorf einen Kabelschacht der Bahn in Brand gesetzt und damit den Zugverkehr zum Erliegen gebracht. Die Polizei vermutet einen linksextremen Hintergrund. Im Internet rühmt sich ein „Vulkan Grimsvötn“ der Tat.

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          Einen Tag nach dem 1. Mai haben Unbekannte im Berliner Bezirk Zehlendorf einen politisch motivierten Brandanschlag auf einen Kabelschacht der Bahn verübt. Auf einer Internetseite der linken Szene sei ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Das Feuer brachte den Zugverkehr zwischen Berlin und Potsdam zum Erliegen. Sowohl der Verkehr mit Regionalzügen als auch mit S-Bahnen war unterbrochen. Die Reparatur sollte nach Einschätzung der Bahn bis zum späten Nachmittag dauern.

          „Wir haben noch keine Verdächtigen“, sagte ein Polizeisprecher. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. In dem Bekennertext begründet der Autor „Vulkan Grimsvötn“ die Tat mit der „sozial bewegten Situation im Süden Europas und auf anderen Kontinenten“, die sich von der gespannten Ruhe hierzulande nicht trennen lasse. Deshalb habe man den 1. Mai verlängert und an mehreren Orten im Südwesten Berlins den Zugverkehr „sowie in Teilen die Telekommunikation stillgelegt bzw. eingeschränkt“, heißt es dort. Von weiteren Anschlägen oder Versuchen war der Polizei jedoch vorerst nichts bekannt.

          Mehrere ähnliche Taten 2011 und 2012

          Die Täter hatten am frühen Morgen einen Kabelschacht an der Bahnstrecke angezündet, die parallel zur Autobahn Avus verläuft. Ein Lastwagenfahrer sah das Feuer nach Polizeiangaben gegen 3.15 Uhr von der Autobahn aus und alarmierte die Feuerwehr. Während der Löscharbeiten wurde die Avus in Richtung Berlin eine halbe Stunde lang gesperrt.

          Erst Ende Februar hatte ein Kabelbrand nach einem Anschlag in der Nähe des Bahnhofs Ostkreuz den S-Bahnverkehr in Berlin erheblich gestört. Im Mai 2012 gab es in der Nähe des Bahnhofs Treptower Park einen Brandanschlag, bei dem Kabel zerstört wurden. Im Mai 2011 verübten vermutlich linksextreme Täter einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Bahnhof Ostkreuz. Die Brandstifter wurden bisher nicht gefasst.

          Im Oktober 2011 wurden um Berlin an neun Tatorten 18 Brandsätze gefunden. Die meisten konnten unschädlich gemacht werden, zwei von ihnen zündeten, aber niemand wurde verletzt. Auch damals lag ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppe vor. Die Täter wurden aber bis heute nicht gefasst. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der „verfassungsfeindlichen Sabotage“ dauerten noch an, wie ein Sprecher am Donnerstag in Karlsruhe sagte.

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