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Kandidatinnen der Linkspartei : Echt Bock auf den Vorsitz

Susanne Hennig-Wellsow im September in Erfurt Bild: dpa

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow wollen an die Spitze der Linkspartei aufrücken. Passen die Ideologin aus dem Westen und die ostdeutsche Pragmatikerin zusammen?

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          Janine Wissler scheint sich ihrer Sache sehr sicher zu sein. Gefragt, wie sich ihre Ämter als Linken-Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag sowie als Kreisvorsitzende mit dem Posten der Bundesvorsitzenden vereinen ließen, antwortete sie kürzlich: „Es wird eine anspruchsvolle Sache.“ Selbstbewusst und scharfzüngig wie immer gab Wissler kürzlich in Wiesbaden erstmals öffentlich Auskunft über ihre Kandidatur für das Amt der Parteivorsitzenden. Neben Wissler hat bisher die Landes- und Fraktionsvorsitzende der Thüringer Linken, Susanne Hennig-Wellsow, ihre Kandidatur für einen Posten der Doppelspitze beim Bundesparteitag Ende Oktober erklärt.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Beide zusammen würden ein breites Spektrum der Partei abbilden: Wissler als westdeutsche Vertreterin des linken Flügels, Hennig-Wellsow als ostdeutsche Pragmatikerin, die in den vergangenen Jahren bewiesen hat, mit politischen Partnern gut zusammenarbeiten zu können. In Thüringen führt die Linke seit 2014 erstmals überhaupt in der Bundesrepublik eine Regierung, in Wiesbaden ist sie von einer Regierungsbeteiligung dagegen weit entfernt – was wiederum auch an Wissler liegt.

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