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Die Linke und der Ukrainekrieg : Sie wollen den „bürgerlichen Dreck“ nicht mitmachen

Seit’ an Seit’: Janine Wissler und Martin Schirdewan führen die zunehmend unübersichtliche Linkspartei. Bild: Robert Gommlich

Die Linke hat eine neue Spitze, ist aber zerstritten. Nicht nur die Sexismus-Affäre entzweit die Delegierten, sondern auch Russlands Angriff auf die Ukraine. Nur beim neuen Lieblingsfeind scheinen sie sich einig: Das sind die Grünen.

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          Janine Wissler ist gerade wiedergewählt. 57,5 Prozent ist kein starkes Ergebnis, aber sie ist erleichtert. In der Messehalle in Erfurt schallt Partymusik aus den Lautsprechern, bunte Scheinwerfer flackern im Takt, die Partei soll jetzt feiern. Das Präsidium gratuliert Wissler und wünscht ihr eine gute Hand, „damit wir nach vorne kommen, da wo wir hingehören“. Da melden sich zwei Frauen und wollen eine persönliche Erklärung abgeben. „Ich bin sauer“, ruft eine junge Frau, „wir setzen Personen an die Spitze unserer angeblich feministischen Partei, die Täterschutz betreiben.“

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Eine andere Delegierte hat Tränen in den Augen. Sie erzählt, wie ein „Genosse“, sie schreibt die Anführungszeichen in die Luft, ihr die Hand unter das T-Shirt geschoben hat. „Die Erste, die mir zugehört hat, wurde heute nicht gewählt.“ Diese Erste war Heidi Reichinnek, die gegen Wissler angetreten ist. Dann meldet sich eine dritte Frau, auch sie ist sauer: „Ich finde es unerträglich, dass dieser wunderbare Moment gerade so genutzt wurde.“ Es sei der „am falschesten verstandene Feminismus“, wenn man Frauen dafür beschuldige, was andere Männer getan haben.

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