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Asylstreit : Lindner wirft Söder in Asyldebatte „politische Gossensprache“ vor

  • Aktualisiert am

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Bild: dpa

Der FDP-Chef kritisiert den bayerischen Ministerpräsidenten für Worte wie „Asyltourismus“. Deutschlands Demokratie dürfe nicht so „verroht und verprollt werden wie die amerikanische unter Donald Trump“.

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          Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) wegen seiner Wortwahl in der Asyldebatte vorgeworfen, zur Verrohung der politischen Auseinandersetzung beizutragen. „Worte wie Asyltourismus stammen aus dem Repertoire der politischen Gossensprache“, sagte Lindner bei einer Veranstaltung der „Augsburger Allgemeinen“, wie das Blatt in seiner Online-Ausgabe berichtete.

          Beim Inhaber eines höchsten Staatsamtes komme es neben dem Inhalt auch darauf an, wie er etwas sage. „Wenn da der Stil nicht stimmt, färbt das ab auf die politische Kultur insgesamt. Und ich möchte nicht, dass unsere Demokratie so verroht und verprollt wie die amerikanische unter Donald Trump“, erklärte Lindner.

          Söder hatte in der Debatte in den vergangenen Wochen wiederholt Begriffe wie „Asyltourismus“ oder „Anti-Abschiebe-Industrie“ benutzt.

          Zuletzt hatte das Institut Forsa für die CSU bei der sogenannten Sonntagsfrage zur Bayern-Wahl einen Rückgang auf 38 Prozent von zuvor 40 Prozent ermittelt. Forsa führte das auf den Streit von CSU und CDU in der Flüchtlingspolitik zurück. Die AfD, deren Kernthema die Flüchtlingspolitik ist, liegt demnach mit einem bisherigen Rekordwert von 14 Prozent auf Platz zwei. Söder zitierte am Dienstag eine Umfrage des Instituts Civey, bei der CSU in Bayern auf mehr als 42 Prozent zulegt. „Ich finde es klug, sich da weder am einen noch am anderen emotional zu beteiligen“, sagte Söder.

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