Spitzenpersonal im Visier : Lindner fordert Gehaltsdeckel für Öffentlich-Rechtliche
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) fordert einen Gehaltsdeckel für das Spitzenpersonal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Ich bin gegen jede Neid-Debatte, aber kein Intendant sollte mehr verdienen als der Bundeskanzler. Hier ist eine Selbstverpflichtung nötig, um mit dem Geld der Gebührenzahler sparsam umzugehen“, sagte der FDP-Chef laut einem vorab veröffentlichten Bericht der „Bild am Sonntag“.
Darin spricht sich Lindner außerdem für eine Reform bei der Zahl der Mitarbeiter in der Leitung und den Führungsetagen aus. „Insgesamt sollten die Chefetagen und Verwaltungen schlanker werden, um stattdessen die Redakteure angemessen zu bezahlen, die die Inhalte machen“, so Lindner.
Schon vor wenigen Tagen hatte Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) als Mitglied des MDR-Rundfunkrats deutlich niedrigere Gehälter für Spitzenposten des öffentlich-rechtlichen Senders gefordert. „Ich habe die Erwartung, dass mit der Absenkung der Gehälter in Führungspositionen jetzt begonnen wird“, sagte Zieschang der am Donnerstag der „Mitteldeutschen Zeitung“. Damit zielt sie auf den Chefposten im Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt. Amtsinhaberin Ines Hoge-Lorenz war Ende August zurückgetreten. Die Stelle ist derzeit ausgeschrieben.
Die Bezahlung der Direktoren richtet sich nicht nach dem Tarifvertrag, sondern wird frei ausgehandelt. Zieschang will diese Praxis beenden. „Das würde bedeuten, dass die neue Funkhauschefin oder der neue Funkhauschef deutlich weniger verdient als die alte“, sagte sie – ohne konkrete Zahlen zu nennen.
Langfristig müssten alle Führungsgehälter gedeckelt werden. In laufende Verträge könne man „natürlich nicht eingreifen“, sagte Zieschang. „Sobald die aber zur Verlängerung anstehen, sollte auch dort nachgezogen werden.“ Üblich sind Fünf-Jahres-Verträge.
