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Neue FDP-Generalsekretärin : Jung, weiblich, ostdeutsch

  • -Aktualisiert am

Seit 2000 Mitglied der FDP: Die neue Generalsekretärin Linda Teuteberg Bild: dpa

Mit Linda Teuteberg stellt sich die FDP neu auf. Die junge Politikerin profilierte sich bisher vor allem in der Migrationspolitik. Eine erste Bewährungsprobe steht ihr schon bevor.

          Linda Teuteberg vereint mehrere Raritäten in sich. Sie ist eine Bundestagsabgeordnete der FDP – allein dies macht sie zur Angehörigen einer 20-Prozent-Minderheit. Sie stammt zudem aus Ostdeutschland und ist nicht einmal vierzig Jahre alt. Es gibt in ihrem jungen Leben frühere Besonderheiten, die diese aktuellen Raritäten erklären. Teuteberg besuchte ein katholisches Gymnasium in Fürstenwalde, war Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes, studierte Jura in Potsdam, absolvierte das Referendariat in Berlin, errang Preise mit einer rechtsphilosophischen Ausarbeitung zur Thematik „gerechtes Steuersystem“. Das war 2003, und sie war schon fünf Jahre bei den Jungen Liberalen aktiv und seit drei Jahren FDP-Mitglied.

          Ihre ersten parlamentarischen Erfahrungen machte sie von 2009 bis 2014 im Potsdamer Landtag. Dann wurde die FDP dort bei der Landtagswahl aus dem Parlament gewählt. Diese Niederlage war besonders drastisch. Die Freien Demokraten kamen gerade noch auf 1,5 Prozent, ein Jahr nach der mit 4,8 Prozent verlorenen Bundestagswahl. Die Rückkehr in den Potsdamer Landtag wird nun eine erste Bewährungsprobe für die neue FDP-Generalsekretärin Teuteberg; am 1. September finden die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen statt.

          Die Juristin Teuteberg hat die Zeit der außerparlamentarischen FDP-Diaspora bewusst erlebt. Den Lindnerschen Wiederaufbau der Partei konnte sie aus der Nähe ansehen: Sie gehört seit 2011 zum Bundesvorstand der Freien Demokraten, früh zählte sie offenbar zu einer Talentreserve, die von dem Notfallteam um den Rettungs-Parteivorsitzenden Lindner gehalten und gefördert werden sollte. Jedenfalls sorgte Wolfgang Kubicki, der schleswig-holsteinische FDP-Chef, auf dem Bundesparteitag 2013 dafür, dass Teuteberg mit dem entsprechenden Votum der Delegierten in den Vorstand zurückkehren konnte, obwohl sie ihr brandenburgischer Landesverband nicht nominiert hatte.

          In der neuen FDP-Bundestagsfraktion profilierte sich die Juristin seit 2017 auf dem Feld der Innen- und der Migrationspolitik. In der ausklingenden Zeit der politischen Flüchtlingskrise bot ihr das viele Möglichkeiten zu demonstrieren, „dass Weltoffenheit und Empathie nicht im Widerspruch stehen zu Konsequenz und Rechtsstaatlichkeit“ – wie es am Mittwoch der FDP-Vorsitzende formulierte. Das besondere innenpolitische Credo, das Teuteberg auch in ihrer neuen Aufgabe weiter verbreiten kann, zielt allerdings über innenpolitische Fragen von Recht und Ordnung weit hinaus; es gilt den Verfassungsregeln, die das Gerüst unserer Gesellschaft bilden. Demokratie sei eben kein Versandhaus, wo einem Politiker und Gesetze einfach zugeschickt würden, sagte die designierte FDP-Generalsekretärin am Mittwoch und überlegte, ob nicht eine „neue Initiative für unsere Parteiendemokratie“ begonnen werden müsse. Das klingt in vielen politischen Ohren banal, ist aber etwas Besonderes in jenen Regionen, in denen sich viele Bürger in einem lethargischen Passivismus selbstgerecht eingerichtet haben.

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