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Tebartz-van Elst : „Kirche muss Versuchung zum Schweigen überwinden“

  • -Aktualisiert am

Wieder in der Öffentlichkeit: der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst 2013 in Königstein Bild: dpa

Der frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst kehrt zu seinem akademischen Ursprung zurück. In Rom forderte er eine „selbstkritische Reflexion“ von der Kirche und lobte einen Muslim.

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          Unwillig, seine Amtsführung im Bistum Limburg und den überteuerten Bau seiner Residenz in Limburg zu erklären, hatte der ehemalige Bischof von Limburg und jetzige „Delegat“ beim „Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung“ noch Mitte März einen Auftritt in Aschaffenburg abgesagt. Jetzt aber stellte er im Campo Santo Teutonico vor etwa 60 Gästen der Görres-Gesellschaft seine Arbeit vor, die ihn zu seinem akademischen Anfang zurückführt, ging es doch schon bei seiner Promotion 1993 an der Universität Münster um das Katechumenat für Erwachsene.

          Im Vortrag „Wider das Verstummen: Warum die Kirche Katechese braucht“ forderte Tebartz-van Elst seine Kirche zu einer „selbstkritischen Reflexion“ über die religiöse Einweisung auf; denn die dürfe „nicht auf das Verkürzte oder Kuschelige“ reduziert werden. Der in Limburg gescheiterte Bischof kritisierte eine „vermeintliche Offenheit“ seiner Kirche, die nicht zu einer NGO (Nichtregierungsorganisation) zum „Bespaßen oder Unterhalten“ werden sondern eine „Kontrasterfahrung“ anbieten müsse, um der „Welt Größeres entgegenzusetzen“.

          Vorbildlich nannte Tebartz-van Elst den „Weckruf an die Kirche“ durch den Schriftsteller Navid Kermani. Dieser Muslim wage zu sagen, wozu sich die Kirche oft nicht traue und habe seine Zuhörer gegen alle Scheu vieler Christen bei der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels in Frankfurts Paulskirche zum Gebet aufgerufen. Von Kermani könne Kirche lernen, ihre „Versuchung zum Schweigen“ zu überwinden, sagte der Bischof.

          Angefeindet von seiner Diözese war Tebartz-van Elst vor bald zwei Jahren der Beraterposten in der Kurie überlassen worden, der ihn seither zu vielen öffentlichen Auftritten weltweit führte, wo der Pastoraltheologe seine Vorstellungen von einer „Katechese als Echolot des Glaubens“ vorträgt. Nach dem Auftritt vor der Görres-Gesellschaft, wo Vorträge traditionell ohne Fragerunde enden, lehnte der Bischof Journalistenfragen ab.

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