https://www.faz.net/-gpg-8kvd8

Neuer Bischof : Die Protzresidenz in Limburg bleibt unbewohnt

  • Aktualisiert am

Der zukünftige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, grüßt während seiner Vorstellung angereiste Pressevertreter vor der Silhouette des Limburger Doms. Bild: dpa

In Limburg ist eine extrem teure Residenz gebaut worden, Kosten explodierten und am Ende musste Bischof Tebartz-van Elst das Amt aufgeben. Jetzt kommt sein Nachfolger – und wird woanders wohnen.

          1 Min.

          Der künftige Bischof Georg Bätzing wird nicht im Limburger Bischofshaus wohnen, aber dort arbeiten. Das sagte der derzeitige Trierer Generalvikar selbst am Sonntagabend nach seiner offiziellen Verabschiedung in Trier und beantwortete damit eine der meistgestellten Fragen der letzten Wochen. Die Residenz auf dem Domberg werde offizieller Dienstsitz des Bischofs sein, doch dabei blieben die Wohnräume ausgespart, betonte Bistumssprecher Stephan Schnelle auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur. Der rund sechs Millionen Euro teure Wohnbereich erstreckt sich auf zwei Etagen und umfasst insgesamt 283 Quadratmeter.

          Die Bischofsresidenz hatte weit über Deutschland hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Eine Empörungswelle über die enorm gestiegenen Kosten in Höhe von letztlich 31 Millionen Euro und die Verschleierung dieser Kosten hatten entscheidend zum Rücktritt von Bätzings Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst im März 2014 beigetragen.

          Für die Privaträume, die besonders viele Diskussionen hervorgerufen hatten, sei „eine sinnvolle und angemessene Alternativnutzung angedacht“, etwa in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Diözesanmuseum. Zudem solle das insgesamt 1.750 Quadratmeter umfassende Gebäudeensemble auf dem Domberg auch weiterhin für Begegnungen, Veranstaltungen und Sitzungen genutzt werden. Das Bistum betonte, die nun gefundene Gesamtlösung mache eine dauerhafte Nutzung ohne weitere Zusatzkosten möglich.

          Einfamilienhaus statt Bischofsresidenz

          Bätzing, der am 18. September als Bischof von Limburg eingeführt wird, werde vorübergehend im ursprünglichen Domküster- und späteren Schwesternhaus auf dem Domberg wohnen, das auch zu dem Gebäudeensemble gehört. Auf Dauer werde der 55 Jahre alte Geistliche in ein Einfamilienhaus in der Nähe ziehen. In diesem Haus, das dem Bistum gehört, hatte über viele Jahre der 1998 gestorbene Limburger Weihbischof Walter Kampe gewohnt. Derzeit lebt dort Franz Kaspar, der von 2009 bis 2013 Generalvikar war und einer der engsten Mitarbeiter von Tebartz-van Elst.

          Schon direkt nach seiner Ernennung zum Bischof von Limburg durch Papst Franziskus am 1. Juli war Bätzing, der zurzeit Generalvikar in Trier ist, gefragt worden, ob er in das Bischofshaus einziehe. Damals hatte er geantwortet, er habe sich das Haus noch nicht angeschaut, aber die Wohnung müsse zu ihm passen. Und da habe er „schon ein bisschen Zweifel“.

          Das Bistum gab auch bekannt, es werde Bätzing als Dienstwagen einen geleasten Audi A6 zur Verfügung stellen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klima-Aktivistin Luisa Neubauer auf einer Demonstration am Freitag in Hamburg

          Proteste der Klimajugend : Der Gegner heißt Armin Laschet

          Die Fridays-for-Future-Bewegung nimmt speziell CDU und CSU ins Visier. Nach der Flutkatastrophe, die die Aktivisten auf den Klimawandel zurückführen, wollen sie bis zur Wahl mehr Druck aufbauen.
          Im Visier der Kartellämter: der amerikanische Tech-Gigant Google

          Chef der Wettbewerbsabteilung : Albtraum der Tech-Giganten

          Jonathan Kanter soll einen der wichtigsten Kartellposten in den USA bekommen. Das dürfte vor allem Google und Apple alarmieren – damit sitzt der dritte Tech-Kritiker an einer zentralen Schaltstellen der amerikanischen Kartellpolitik.
          Gute Nachrichten für deutsche Hausbauer: Bauholz wird wieder billiger.

          Baumaterial : Holzpreise in Amerika sinken rapide

          Währen in Deutschland die Baumaterialien extrem teuer sind, krachen die Holzpreise in Amerika ein. Aber auch bei uns könnte Bauholz schon bald wieder billiger werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.