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Kommentar : Weise Entscheidung

  • -Aktualisiert am

Es fiel Franziskus nicht schwer, dem Limburger Bischof für eine Zeit das Amt zu entziehen. Denn das Amt gibt er einem, der das Vertrauen von Tebartz-van Elst genießt.

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          Papst Franziskus hat weise entschieden. Er hat Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst aus der Schusslinie genommen und einen Administrator sede plena nach Limburg geschickt, der zwar die Arbeit des Bischofs übernimmt, aber nicht den Bischofsstuhl. Der soll Tebartz-van Elst zumindest so lange erhalten bleiben, bis die Prüfungskommission, die am vergangenen Freitag ihre Arbeit aufnahm, alle Kosten, und Rechnungen sowie den Ablauf der Entscheidungen überprüft hat. Das kann Wochen dauern. Vorher kann ein guter Dienstherr seinen Arbeitnehmer nicht feuern.

          Es geht in Rom nicht nur um Tebartz-van Elst und den Strafantrag, der gegen ihn wegen Falschaussage an Eides statt erging. Und auch nicht nur um die Schwindel erregenden Kosten für seine Residenz beim Limburger Georgsdom, die von drei auf 30, wenn nicht gar auf 40 Millionen Euro anschwollen.

          Beginnt jetzt ein Öffnungsprozess?

          In der Kurie will man auch wissen, wie es einem Bischof gelingen kann, so viele Gelder an seinen Gremien vorbei ausgeben zu können. Man möchte erfahren, wie geheimnisvoll „fett“ eine Kirche ist, die doch vornehmlich, um mit Papst Franziskus zu sprechen, den Armen und Bedürftigen dienen und deswegen auch so riechen soll wie diese Schafe. Mithin sollte ein Bischof lieber längs der Kegelbahn wohnen, mit der Tebartz-van Elst einen Bischofssitz nicht verglichen wissen will, als im Palast. Mit Limburg beginnt nun offenbar ein Öffnungsprozess von Kassen und Vermögen, die seit Jahrhunderten durch Dotationen und Erbfälle angeschwollen sind und nun durchleuchtet werden sollen.

          Weise ist auch die Wahl des Administrators. Der 1959 geborene Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch hat sich nicht nur schon jetzt den Namen eines nüchternen und gleichwohl charismatischen Geistlichen gemacht; Tebartz-van Elst ernannte ihn selbst zu seinem Generalvikar. Darum hatte der Papst auch mit Tebartz-van Elst am Montag ein „ausgezeichnetes Gespräch“. Es fiel Franziskus nicht schwer, dem Bischof für eine Zeit das Amt zu entziehen, weil er es einem gibt, der das Vertrauen von Tebartz-van Elst genießt.

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