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Der Fall Tebartz-van Elst : Nicht nach Gutdünken

Sollte der Limburger Bischof nicht seinen Amtsverzicht anbieten, wird die katholische Kirche in Deutschland vorerst nicht zur Ruhe kommen. Doch die Rechtskultur ist diesen Preis wert. Denn auch für den Vatikan steht viel auf dem Spiel.

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          Es ist misslich, dass die Kommission, die das Finanzgebaren des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst unter die Lupe nehmen soll, noch immer nicht ihre Arbeit aufgenommen hat. Denn sollte der Limburger Bischof nicht von sich aus den Amtsverzicht anbieten, wird es von der juristischen Bewertung des Prüfberichts abhängen, wie Papst Franziskus mit Bischof Tebartz verfahren wird.

          Bis es so weit sein wird, könnten Wochen, wenn nicht Monate vergehen, in denen die katholische Kirche in Deutschland nicht zur Ruhe kommen wird. Doch das Rechtsgut, um das es geht, ist diesen Preis wert. Auf dem Spiel steht nicht nur die (Kirchen-)Rechtskultur in Deutschland, sondern auch die im Vatikan.

          Um die war es bei den jüngsten Absetzungen von Bischöfen der Slowakei und Slowenien nicht zum besten bestellt. Dort wissen die Gläubigen nicht, was sich die Geistlichen haben zuschulden kommen lassen. So darf es im Fall Tebartz nicht sein. Auch er hat ein Recht auf die Einhaltung elementarer Regeln des Prozessrechts. Nichts wäre gut in einer Kirche, in der ein Papst nach Gutdünken Bischöfe absetzen kann.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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