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Bischof-Stellvertreter Rösch : Als Krisenmanager gefragt

  • -Aktualisiert am

Wolfgang Rösch Bild: dpa

Der Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch übernimmt die Leitung des Bistums Limburg, solange Bischof Tebartz-van Elst seine Auszeit nimmt. Helfen könnte Rösch, dass er Limburg schon aus früheren Zeiten kennt.

          Dass er tatsächlich noch einmal Generalvikar im Bistum Limburg werden würde, daran glaubte Wolfgang Rösch zuletzt selbst nicht mehr. Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hatte ihn zwar zum 1. Januar 2014 in dieses Amt berufen, aber der Verbleib des Bischofs in der Diözese wurde immer unsicherer. An eine Zukunft Tebartz-van Elsts in Limburg wollte zuletzt auch Rösch, Stadtdekan in Wiesbaden, nicht mehr glauben. „Ich kann mir schwer vorstellen, dass das noch konstruktiv gewendet werden kann“, sagte er dieser Zeitung. Und das Amt des Generalvikars ist nun einmal an das des Bischofs gebunden.

          Nun hat sich Rösch aber doch in die Pflicht nehmen lassen und ist also bis auf weiteres der starke Mann in der Diözese. Der Bischof bleibt zwar offiziell im Amt, aber dem Bistum erst einmal fern. Und mit der Ernennung Röschs endet die Amtszeit des bisherigen Generalvikars Franz Kaspar, auf den sich Tebartz-van Elst stets stützen konnte.

          Theologie war nicht seine erste Wahl

          Rösch sind Leitungsaufgaben nicht fremd. Als Stadtdekan stand er nicht nur für die katholische Kirche in der hessischen Landeshauptstadt, er war auch Pfarrer der Großpfarrei St. Bonifatius in der Innenstadt, zu der sich acht Gemeinden zusammengeschlossen hatten. Von 1997 bis 2003 war er Regens des Bischöflichen Priesterseminars in Limburg. Bevor er 2010 nach Wiesbaden kam, war er Pfarrer in der Taunusstadt Königstein.

          Der Priesterberuf war nicht Röschs erste Wahl. In Wiesbaden am 25. August 1959 geboren und in Erbach im Rheingau aufgewachsen, schloss er nach Abitur und Wehrdienst zunächst ein Maschinenbaustudium in Darmstadt ab. Danach nahm er das Theologiestudium an der von Jesuiten geführten Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt auf. 1990 wurde er in Rom nach Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana zum Priester geweiht. Dann kehrte er ins Bistum Limburg zurück; zunächst wurde er Kaplan in Wetzlar und Hadamar, dann Pfarrer in zwei Limburger Ortsteilen.

          Für ein neues Miteinander werben

          Die Aufgabe, die nun auf Rösch wartet, ist groß. Er muss nicht nur die Verwaltung der Diözese führen und das Ordinariat für sich gewinnen, sondern über dessen Mauern hinaus für ein neues Miteinander werben, das im Streit über Tebartz-van Elst stark gelitten hat. Dabei kann ihm sein konziliantes Auftreten helfen. Die Frage ist, wie lange Rösch sein neues Amt innehaben wird. Sollte Tebartz-van Elst nach seiner Auszeit sein Bischofsamt in Limburg abgeben oder verlieren, wird auch der Posten des Generalvikars hinfällig.

          Nun aber ist Rösch erst einmal am Zug. Jüngst warnte er in Wiesbaden vor einem „Lagerdenken“ in der Kirche. Im Bistum habe es immer einzelne Gruppen und Flügel gegeben. Aber trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten habe man sich gegenseitig vertrauen können und gut zusammengearbeitet. „Darauf war ich als Limburger immer stolz.“ Nun kann er an zentraler Stelle beweisen, ob es ihm gelingt, Brücken zu bauen.

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