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Limburg : Wichtiger Zeuge belastet Tebartz-van Elst

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Schwer belastet: der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Bild: dpa

Der Vermögensverwaltungsrat am Bistum Limburg Jochen Riebel belastet Bischof Tebartz-van Elst schwer: Dieser habe zwei Jahre lang die Kosten des neuen Bischofssitzes verheimlicht, sagte Riebel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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          Einer der wichtigsten Zeugen für die Untersuchung des Bauskandals um den Limburger Bischofssitz hat Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schwer belastet. Der Bischof habe die wahren Kosten zwar gekannt, dem Vermögensverwaltungsrat jedoch verschwiegen, sagte Jochen Riebel, Mitglied des Rates und früherer hessischer Staatsminister, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). „Über fast zwei Jahre hat man uns im Dunkeln gelassen, regelwidrig Aufträge vergeben und Kredite aufgenommen. Obwohl bereits 2011 eine präzise Kostenschätzung in den Händen des Bischofs gewesen ist – wie wir aus den Akten wissen“, so Riebel zur F.A.S. Das sei ein „ungeheuerlicher Vorgang“, den es in der katholischen Kirche noch nicht gegeben habe.

          Der ehemalige hessische Europaminister Jochen Riebel (CDU, in einer Aufnahme aus dem Jahr 2006) ist heute Mitglied im Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls in Limburg. Er kritisiert Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst scharf.

          Riebel verteidigte die Entscheidung des Vermögensverwaltungsrates, trotzdem im August 2013 die viel höhere Kreditaufnahme zu genehmigen. „Dazu gab es keine Alternative“, sagte Riebel, „weil wir die Zahlungsfähigkeit des Bischöflichen Stuhls nicht riskieren wollten“. Denn zwischenzeitlich habe die kreditgewährende Bank den entsprechenden Nachweis gefordert.

          Verschwiegenheitserklärung unterschrieben

          Riebel sagte der F.A.S. weiter, der Architekt des Neubaus und leitende Mitarbeiter des Bistums hätten eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben. Das halte er für „sehr problematisch“, weil die Mitarbeiter kraft Ihres Dienstverhältnisses ohnehin besonderen Verpflichtungen unterlägen. „Durch das Verlangen einer zusätzlichen Unterschrift werden überflüssiger Druck und Angst erzeugt“, so Riebel. Weder er noch die beiden anderen Vermögensverwaltungsräte, Theodor-Michael Lucas und Carl-Friedrich Leuschner, hätten eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben.

          Die von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Untersuchungskommission soll im Laufe des Februars ihren Bericht vorlegen. Auf dessen Grundlage wird Papst Franziskus abschließend über die Zukunft von Tebartz-van Elst entscheiden, der momentan von seinen Aufgaben entbunden ist.

          Den ausführlichen Bericht dazu können Sie am Sonntag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung lesen.

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