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Evangelischer Kirchentag : Leyendecker verteidigt AfD-Ausschluss

  • Aktualisiert am

Der evangelische Kirchentag findet dieses Jahr in Dortmund statt. Bild: dpa

Auf der christlichen Veranstaltung sollen vor allem Zukunftsfragen werden – etwa zu Migration und Integration. Der AfD wolle der Kirchentagsvorsitzende Hans Leyendecker bei den Diskussionen kein Podium bieten.

          Der Kirchentag in Dortmund setzt laut Kirchentagsgeneralsekretärin Julia Helmke diesmal wesentlich stärker auf Austausch. Es gebe so viele partizipative und interaktive Formate und Veranstaltungen wie noch nie auf einem Kirchentag, sagte Helmke am Mittwoch zum Auftakt des fünftägigen Protestantentreffens. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker verteidigte abermals die Entscheidung, AfD-Politikern kein Forum zu geben. Die westfälische Präses Annette Kurschus sagte, der Kirchentag sei auch für die westfälische gastgebende Landeskirche „ein Segen“. Bis Sonntag feiern nach Veranstalterangaben 118.000 Teilnehmer den Kirchentag in Dortmund mit knapp 2.400 Veranstaltungen.

          Die christlichen Kirchen steckten in einer Krise, so Helmke. Aber viele Menschen, die sich mit der Institution schwertäten, würden sich zu christlichen Werten bekennen. In vielen Veranstaltungen werde der Blick auf Europa, auf soziale Ungerechtigkeit und die Gefährdung des Friedens gelenkt. Es gehe diesmal aber auch verstärkt um Zukunftsfragen, etwa bei den Veranstaltungen unter dem Motto „Roter Faden Migration, Integration und Anerkennung“. Auch werde es um die Frage gehen, wie in einer immer stärker digitalisierten Welt Glaube gelebt werden könne.

          Kirchentagspräsident Leyendecker forderte, dass beim Protestantentreffen Glaubensfest und politischer Kirchentag gleichwertig sein sollten. Wenn in Deutschland Leute Unterstützung bekämen, die für die Abschaffung der Demokratie seien, müsse deutlich dagegen gehalten werden. Leyendecker verteidigte die Entscheidung, AfD-Politikern kein Podium zu bieten: „Ich freue mich, dass wir früh ein Zeichen gesetzt haben.“ Es müsse deutlich werden, dass rechts im Sinne von konservativ und rechtsextremistisch in der Regel nichts miteinander zu tun hätten. Deshalb debattiere bei einem „Konservativen-Panel“ beispielsweise der baden-württembergische Ministerpräsident, Winfried Kretschmann (Grüne), mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

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