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Leopoldina-Gutachten : Ist das Merkels Lösung in der Diesel-Debatte?

Es ist bei Weitem nicht das erste Gutachten in der Debatte um Dieselfahrzeuge – und doch das erste, das die verschiedenen Fronten zu akzeptieren scheinen. Bild: dpa

Die Nationale Akademie der Wissenschaften legt ein Gutachten vor – und plötzlich scheint ein Kompromiss zwischen allen Akteuren möglich. Hat Merkel mit dem Papier zur „Sauberen Luft“ die Lösung in der Diesel-Debatte gefunden?

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          Die einen wollen saubere Luft, die anderen mit ihren Dieseln bequem zum Einkaufen fahren. So ist das öfter: Menschen wollen verschiedene Dinge, und die Politik muss Kompromisse finden. Beim Streit um Autoabgase und Fahrverbote schien ein Kompromiss allerdings unerreichbar – bis zum Dienstag dieser Woche, als zwanzig Wissenschaftler ihr Gutachten „Saubere Luft“ vorstellten. Die Bundeskanzlerin hatte die Leopoldina-Akademie Ende Januar damit beauftragt.

          Livia Gerster

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Erstaunliche an ihrer Stellungnahme ist nicht das Ergebnis, sondern die positive Reaktion darauf. Alle sind zufrieden. Das ist neu. Bisher waren alle ständig gekränkt: die Dieselfahrer von den Autoherstellern, die sie mit ihrer Schummelsoftware betrogen hatten. Die Radler von den Autofahrern, die ihnen Schadstoffe ins Gesicht bliesen. Die Politiker von der Deutschen Umwelthilfe, die sie mit Klagen traktierte. Und dann wieder die Dieselfahrer, die plötzlich nicht mehr durch gewisse Straßen fahren durften. Die einen zogen sich einen Mundschutz an, die anderen gelbe Westen. Der Lungenarzt Dieter Köhler erklärte Stickstoffdioxid für unbedenklich, zahlreiche Wissenschaftler widersprachen. Die Bundeskanzlerin wollte nun, salopp formuliert, wissen, wie gesundheitsschädlich Stickoxide wirklich sind und was Fahrverbote bringen.

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