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Wahl des Oberbürgermeisters : CDU-Kandidat gewinnt überraschend ersten Wahlgang in Leipzig

  • Aktualisiert am

Sebastian Gemkow (CDU): Der Wissenschaftsminister von Sachsen liegt in der OB-Wahl von Leipzig überraschend vorn. Bild: dpa

Seit 30 Jahren regieren die Sozialdemokraten im Leipziger Rathaus. Das könnte sich bald ändern: CDU-Politiker Sebastian Gemkow setzt sich im ersten Wahlgang durch. Nun kommt es darauf an, wie sich die anderen Kandidaten positionieren.

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          Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) hat überraschend die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl in Leipzig gewonnen. Der Jurist bekam 31,6 Prozent der Stimmen – und lag damit vor Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD), der 29,8 Prozent erzielte. Weil keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, wird es in vier Wochen, am 1. März, eine zweite Runde geben, bei der dann eine einfache Mehrheit genügt.

          In Sachsen gibt es keine Stichwahl, sondern alle Kandidaten können abermals antreten. Viel wird daher davon abhängen, was die anderen der insgesamt acht Bewerber für den Oberbürgermeister-Posten machen.

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          Das Ergebnis gilt als Überraschung. Das Leipziger Rathaus ist seit drei Jahrzehnten in der Hand der Sozialdemokraten. Eine Umfrage hatte den SPD-Mann Jung vor der Wahl am Sonntag noch weit vor Gemkow gesehen. Der 61 Jahre alte Politiker aus dem nordrhein-westfälischen Siegen ist seit 2006 Rathauschef in Leipzig und trat damals die Nachfolge von Parteikollege Wolfgang Tiefensee an, der als Bundesverkehrsminister nach Berlin wechselte und heute Wirtschaftsminister in Thüringen ist. Jung bewirbt sich um eine dritte Amtszeit. Im Juni vergangenen Jahres wurde er als erster Oberbürgermeister einer ostdeutschen Stadt zum Präsidenten des Deutschen Städtetags gewählt.

          Die Wahlbeteiligung lag bei 49,1 Prozent. Insgesamt waren rund 470.000 wahlberechtigte Leipziger zur Stimmabgabe aufgerufen.

          Das drittbeste Ergebnis erzielte mit 13,5 Prozent Franziska Riekewald von den Linken vor der Grünen-Bewerberin Katharina Krefft mit exakt zwölf Prozent. Der AfD-Kandidat Christoph Neumann kam mit 8,7 Prozent nur auf ein einstelliges Ergebnis. Marcus Viefeld von der FDP, Katharina Subat von Die Partei und Ute Elisabeth Gabelmann von der Piratenpartei landeten abgeschlagen auf den letzten Plätzen.

          „Ich freue mich über das Vertrauen, dass mir die Wählerinnen und Wähler entgegengebracht haben“, sagte Gemkow, der in Leipzig geboren wurde. „Ich gehe aber auch mit Demut in die kommenden Wochen und will noch möglichst viele Leipzigerinnen und Leipziger davon überzeugen, dass ich gute Ideen für die Stadt habe.“ Jung läutete dagegen direkt den weiteren Wahlkampf ein. „Jetzt geht‘s um die Wurst“, rief er seinen Anhängern zu. Das Ergebnis habe ihn nicht überrascht. „Ich habe genau das erwartet. Dieser Zweikampf, der jetzt vor Augen ist – so ist die Stadt“, sagte der Oberbürgermeister.

          Vor der Wahl hatte in der Stadt das Thema „Sicherheit“ die Menschen beschäftigt. Ausschreitungen bei einer Demonstration gegen die Internetplattform „Linksunten.Indymedia“ wurden von Politikern aller Parteien verurteilt. Leipzig gilt aber auch als die am schnellsten wachsende Großstadt Deutschlands, aktuell hat sie rund 600.000 Einwohner. Damit verbunden sind allerdings auch zahlreiche Probleme. Es mangelt an freien Wohnungen, Kindergartenplätzen und Schulen, die Straßen sind überfüllt, die Ämter überlastet.

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