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Die Leiharbeiter von Gütersloh : Der Werkvertrag als Magnet

Während die Quarantäne für die meisten Wohnblocks in Verl inzwischen aufgehoben wurde, müssen die Anwohner eines Hauses noch hinter Bauzäunen ausharren. Bild: Daniel Pilar

Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie gelten als besonders hart, nur wenige halten hier lange durch. Doch viele Arbeiter bleiben auch nach ihrer Anstellung in Deutschland – und stellen die Kommunen vor Herausforderungen.

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          Auf eins ist Jacek Hermanowicz immer noch stolz: Mehr als zehn Jahre hat er im Fleischwerk von Tönnies geackert – und keinen einzigen Tag war er krank. „Harte Arbeit“, sagt der drahtige Mann mit den kleinen Augen. „Für andere zu hart, aber für mich okay.“ Jacek und seine Frau Aneta sitzen in ihrer Dreizimmerwohnung in einer Gütersloher Nachkriegssiedlung. Viel Grün außen herum, die Miele-Werke in Sichtweite. Ein helles Wohnzimmer mit Balkon und eine graue Couchgarnitur. Julia, die zwölf Jahre alte Tochter, hat keine Lust, aus ihrem Zimmer zu kommen. Sie haben es geschafft, sie sind weg aus der Fleischindustrie und dem System von Sub- und Subsubunternehmern. Die Schatten unter Jaceks Augen und die feinen Falten lassen erahnen, was die vielen Jahre Akkordarbeit mit einem Körper machen.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

          Jacek Hermanowicz, 46 Jahre alt, hat praktisch alles erlebt, was heute über die Arbeitsverhältnisse in der Fleischindustrie erzählt wird. Im Jahr 2000 kam er das erste Mal zu Tönnies, dessen Stammwerk am Rand von Rheda-Wiedenbrück zwischen den Feldern steht, nur ein paar Kilometer von Gütersloh entfernt.

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