https://www.faz.net/-gpf-a4lg6

Brennpunktschulen im Visier : Lehrerverband warnt vor „Klima der Einschüchterung“

  • Aktualisiert am

Nach der Enthauptung eines französischen Pädagogen warnt der deutsche Lehrerverband: Auch an deutschen Schulen würden Lehrer eingeschüchtert. Vor allem in Brennpunkten.

          1 Min.

          Nach der Enthauptung eines Lehrers nahe Paris durch einen Islamisten warnt der Deutsche Lehrerverband vor einem „Klima der Einschüchterung“ auch an Schulen in der Bundesrepublik. „Wir haben die tiefe Sorge, dass auch in Deutschland ein Klima der Einschüchterung entsteht“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag).

          „Der Druck ist vor allem in Brennpunktschulen mit einem hohen Anteil von Schülern mit einem entsprechenden Migrationshintergrund sehr hoch“, fügte er hinzu. Lehrer würden beispielsweise aufgefordert, Themen wie den Nahostkonflikt oder Israel nicht im Unterricht zu behandeln.

          „Lehrkräfte trauen sich an manchen Schulen nicht mehr, einen Film wie ’Schindlers Liste’ zu zeigen. Sie bekommen Druck von den Eltern, aber auch von Schülern. Da entsteht bei manch einem schon eine Schere im Kopf“, sagte der Verbandschef.

          Wenn fast kein Schüler mehr Deutsch spricht – unser Autor hat sich an Brennpunktschulen umgehört. Jetzt im F.A.Z.-Podcast hören.

          Viele Kollegen hätten wohl auch in Deutschland Angst, beispielsweise in einer Unterrichtsstunde über Meinungs- und Kunstfreiheit auf die Mohammed-Karikaturen zu verweisen. „Davon lassen diese dann lieber die Finger“, so Meidinger. Wenn Lehrer zu politisch und geschichtlich sensiblen Themen Stellung nehmen, müssten sie damit rechnen, Druck zu bekommen.

          „Es gibt immer mehr Versuche, Lehrer bei ihrer Aufgabe, Werte und Demokratie zu vermitteln, zu beeinflussen und zu behindern.“ Auch die AFD-Meldeportale seien ein Versuch, Lehrkräfte einzuschüchtern und an den Pranger zu stellen. „Werteerziehung und Demokratieunterricht dürfen nicht zur Mutprobe für Lehrkräfte werden“, forderte Meidinger.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Angeschlagener DFB-Präsident: Am Ende des „Falls Löws“ könnte der Sturz von Fritz Keller (links) stehen.

          Machtkampf im kriselnden DFB : Unter Geiern

          Der Fall „Löw“ ist ein exemplarisches Beispiel für das systemische Versagen des DFB. Zu Hochform laufen einige Funktionäre im Führungszirkel nur noch auf, wenn es um Machterhaltung und Fallenstellen geht.
          Eine riesige Euro-Münze überragt die Menschen in der Innenstadt von Frankfurt am Main als die ersten Euro-Starterkits mit einem Sortiment von Euro-Münzen ausgegeben werden.

          Einführung des Euro 2002 : Schon wieder neues Geld

          Auf ihre D-Mark waren die Deutschen so stolz wie auf ihre Nationalmannschaft. Entsprechend emotional einschneidend war für viele die Einführung des Euros am 1. Januar 2002. Teil 16 unserer Serie „Deutschland seit 1945“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.