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Lehrer an Gemeinschaftsschulen : „Ich bin als Sozialarbeiter geendet“

Aktive Beteiligung der Schüler am Unterricht? Lehrer an Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg machen zum Teil ganz andere Erfahrungen. Bild: dpa

Im Südwesten haben sich Gymnasiallehrer, die an Gemeinschaftsschulen unterrichten, hilfesuchend an ihren Verband gewandt. Die Zustände in den Klassen seien nicht tragbar – und Versetzungsanträge würden kaum bewilligt.

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          „Wenn ich Leistungsnachweise schreiben lasse oder gar Tests, dann werfen Schüler mir die Arbeit entgegen und meinen, dass ihnen ohnehin nichts passiere, wenn sie nicht mitschrieben.“ Das ist kein Bericht aus einer Berliner Brennpunktschule, sondern die Stimme eines Gymnasiallehrers an einer Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg. Der Wegfall der Noten und der Versetzungsordnung bewirkten, dass Schüler eine große Gleichgültigkeit entwickelten, „sie lernen nicht und besitzen auch keine Arbeitsdisziplin“.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Schüler könnten „Klassenarbeiten nach einem Nichtbestehen identisch wiederholen, so dass dann die Ergebnisse stimmen“, so ein weiterer Lehrer, nach dessen Aussage auch die Vergleichsarbeiten des Vera-Tests für die achte Jahrgangsstufe hochkorrigiert wurden. Statt Zensuren und Zeugnissen gibt es sogenannte Lernentwicklungsberichte, die nicht „aussagekräftig“ seien und von den Eltern und den Schülern nicht verstanden würden.

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