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Lehmann-Nachfolger gewählt : Zollitsch übernimmt Vorsitz der Bischofskonferenz

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Neuer Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz: Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch Bild: dpa

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Er löst Kardinal Karl Lehmann ab, der das Amt 21 Jahre lang bekleidete. Zollitsch bezeichnete es als „Ehre und Auszeichnung“, die Nachfolge Lehmanns anzutreten.

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          Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist neuer Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Der 69-Jährige wurde am Dienstag im Kloster Himmelspforten bei Würzburg von seinen Bischofskollegen zum Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann gewählt. Dieser stand 21 Jahre an der Spitze der Bischofskonferenz, war aber aus Gesundheitsgründen zurückgetreten.

          Die geheime Wahl ohne vorherige Kandidatenaufstellung hatte am Vormittag begonnen. Der neue Vorsitzende wurde für die Dauer von sechs Jahren gewählt. Wahlberechtigt waren die derzeit 69 Mitglieder der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

          „Ich ahne erst, was an Aufgaben auf mich zu kommt“

          Zollitsch ist seit 2003 Erzbischof in Freiburg, früher war er dort Personalreferent des Bistums. In seiner bischöflichen Tätigkeit hat er die Arbeit der Pfarreien in den Mittelpunkt gestellt. Stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz bleibt der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. Der bisherige Vorsitzende, Kardinal Karl Lehmann, gab sein Amt ab.

          Zollitsch bezeichnete es als „Ehre und Auszeichnung“, Lehmann folgen zu dürfen. Er kündigte in seiner Amtsführung „Kontinuität“ an. Zugleich zeigte er Respekt vor der Belastung: „Ich ahne erst, was an Aufgaben alles auf mich zu kommt.“ Gegenüber der evangelischen Kirche machte Zollitsch das Angebot einer engen Zusammenarbeit. Es gebe zwischen den Konfessionen mehr Verbindendes als Trennendes.

          Marx geht zunächst leer aus

          Der ebenfalls als aussichtsreicher Kandidat gehandelte neue Münchner Erzbischof Reinhard Marx geht zunächst leer aus. Der 54-Jährige hatte erst Anfang Februar das Amt des Erzbischofs in München und damit auch den Vorsitz der bayerischen Bischofskonferenz von Kardinal Friedrich Wetter übernommen.

          Eine ebenso lange Amtszeit wie die seines Vorgängers Lehmann ist bei Zollitsch schon aus Altersgründen nicht wahrscheinlich. Der 69-Jährige wäre schon bei der turnusgemäß anstehenden Wiederwahl 75 Jahre alt. In diesem Alter reichen die meisten Bischöfe beim Papst den Rücktritt ein. Es gilt daher als denkbar, dass Reinhard Marx bei der nächsten Wahl des Vorsitzenden zum Zuge kommt.

          „Ich glaube, dass Marx in sechs Jahren gewählt wird“, sagte der Münchner Weihbischof Engelbert Siebler nach der Wahl in Würzburg. Viele der Mitbrüder hätten signalisiert, dass sie Marx zunächst Zeit für eine Einarbeitung in seine neuen Ämter in Bayern geben wollten. Schon im ersten Wahlgang, bei dem auch eine Reihe anderer Namen neben Zollitsch und Marx genannt worden seien, habe sich eine Mehrheit für Zollitsch herauskristallisiert.

          Wetters Nachfolge an der Spitze der Glaubenskommission regelten die deutschen Bischöfe ebenfalls am Dienstag neu - und wählten ihren bisherigen Vorsitzenden Lehmann in dieses Amt. Damit bleibt dem Mainzer Bischof auch in den kommenden Jahren eine einflussreiche Position im deutschen Episkopat erhalten.

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