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In Corona-Krise : Lebenszufriedenheit von Abiturienten drastisch gesunken

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Freudloses Schul-Dasein: Schülerinnen und Schüler einer Abschlussklasse in Groß-Gerau machen einen Corona-Schnelltest (Aufnahme aus dem vergangenen April). Bild: dpa

Experten messen einen deutlichen Rückgang der Lebenszufriedenheit von Abiturientinnen und Abiturienten. Der Rückgang sei viel stärker als in der Gesamtbevölkerung.

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          Die Lebenszufriedenheit von Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland ist während der Corona-Krise deutlich gesunken. Das geht aus einer am Donnerstag in Nürnberg veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Lebenszufriedenheit von Schülerinnen und Schülern aus dem Abiturjahrgang 2020 fiel demnach gegenüber der des vorherigen Abiturjahrgangs um 0,5 Punkte auf 6,8.

          Das IAB nutzt bei der Untersuchung eine Skala von null bis zehn, wobei zehn höchste Zufriedenheit ausdrückt. Befragt wurden die Teilnehmer Ende des vergangenen Jahres, also mehrere Monate nach dem Abitur. Nach Angaben der Experten war der Rückgang ungewöhnlich stark und lag weit über dem Rückgang der allgemeinen Lebenszufriedenheit, der sich in der Corona-Krise in der Gesamtbevölkerung messen ließ.

          „Dieser Einbruch ist untypisch für junge Menschen in diesem Lebensabschnitt“, berichtete IAB-Experte Malte Sandner. Besonders gering war die Lebenszufriedenheit mit 6,6 demnach bei den jungen Menschen, die zum Befragungszeitpunkt noch keine Ausbildung oder kein Studium gewählt hatten und sich in einem Überbrückungsjahr befanden. Ebenfalls auf einen Wert von 6,6 kamen diejenigen, bei denen Berufsschule oder Lehrveranstalten pandemiebedingt ausfielen.

          Die Zufriedenheit bei den Abiturientinnen und Abiturienten, denen Digitalunterricht angeboten wurde, war mit 6,9 etwas höher. Laut IAB liefert das wichtige Hinweise für die Zukunft. „Bei künftigen Abwägungen zu Infektionsschutzmaßnahmen müssen die starken negativen Auswirkungen der Schul- und Hochschulschließungen Berücksichtigung finden“, betonte IAB-Forscherin Sarah Bernhard. Die IAB-Untersuchung basiert auf einer Befragung von rund 2300 Schülerinnen und Schülern, die im Sommer 2020 ihr Abitur abgelegt haben.

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