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Lebensschutz : Ein Kompromiss ist möglich

Die Union lässt beim Werbeverbot für Abtreibungen nicht mit sich spaßen. Trotzdem wäre sie schlecht beraten, um jeden Preis den Status quo zu verteidigen.

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          Sollte die SPD-Bundestagsfraktion auf einen Bruch der Koalition aus sein, gäbe es ein probates Mittel. Sie müsste nur zusammen mit Abgeordneten der FDP, der Grünen und der Linkspartei die ersatzlose Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen betreiben.

          Bundeskanzlerin Merkel hatte im März erst spät erkannt, dass die Union auf diesem Feld nicht mit sich spaßen lässt. Die neue CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer hingegen hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie den Schutz des ungeborenen Lebens nicht auf dem Altar des Selbstbestimmungsrechts der Frauen zu opfern gedenkt. So weit, so gut. Doch wäre die Union schlecht beraten, wenn sie sich selbstgefällig in der Position der Verteidigerin des Status quo gefiele.

          Ein Ausgleich zwischen dem von Verfassung wegen gebotenen Lebensschutz und der Lage von Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt wäre auch dann gegeben, wenn die Informationen über das Wo und Wer im Fall einer Abtreibung in neutraler, jeden wertenden Anschein vermeidender Form zur Verfügung gestellt werden würden.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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