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AfD-Politiker in Moskau : Da kommt zusammen, was zusammengehört

Außenminister Sergej Lawrow (links) mit den AfD-Politikern Tino Chrupalla und Armin-Paul Hampel Bild: dpa

Der demonstrative Empfang einer AfD-Delegation durch Sergej Lawrow ist eine Belohnung für die Anbiederung der Rechtspopulisten an Moskau. Er illustriert, was Deutschland von beiden Seiten zu erwarten hat.

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          In Moskau hat am Dienstag zusammengefunden, was zusammengehört: Die Vertreter einer antieuropäischen und demokratiefeindlichen deutschen Partei wurden vom Außenminister des autoritären russischen Regimes empfangen, das seit Jahren versucht, Keile in die EU zu treiben und die westlichen Demokratien zu schwächen. Der demonstrative Empfang der AfD-Delegation durch Sergej Lawrow als Belohnung für die andauernde Anbiederung der Rechtspopulisten an Moskau ist eine hübsche Illustration dessen, was Deutschland von beiden Seiten zu erwarten hat.

          Aus russischer Sicht sollte die Veranstaltung offenbar auch eine Art Revanche für die regelmäßigen Treffen deutscher Politiker mit russischen Menschenrechtlern sein – anders kann man Lawrows Worte zum Auftakt der Inszenierung nicht verstehen. Wenn die russische Führung Freude an so kleiner Münze findet, soll sie ihren Spaß haben.

          Für die politische Auseinandersetzung in Deutschland ist wichtig, dass die Reaktion auf die Russland-Kontakte der AfD nicht spiegelbildlich zu der Diffamierung der Opposition in Russland als westliche Agenten verläuft. Die AfD ist keine russische Erfindung, sondern eine aus der Reaktion auf reale gesellschaftliche Probleme in Deutschland entstandene Partei. Und sie muss politisch gestellt und klein gekämpft werden, indem man die Sorgen ihrer Wähler ernst nimmt und zugleich dem Hass und Rassismus aus ihren Reihen entschieden entgegentritt.

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