Lauterbach hat es vermasselt
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Karl Lauterbach Anfang April in Berlin. Bild: EPA
Der Umgang der Regierung mit der Pandemie ist eine Katastrophe, die Kommunikation ein Desaster. Wer soll, wer kann das alles noch ernst nehmen?
An Karl Lauterbach kann man verzweifeln. Kein anderer Spitzenpolitiker gilt den Bürgern in Gesundheitsfragen als so kompetent wie der Professor aus Köln. Niemandem sonst hingen die Leute nach dem Beginn der Corona-Pandemie so sehr an den Lippen wie dem Kapitän des Teams Vorsicht. Und als der Sozialdemokrat am Ende der Koalitionsverhandlungen als Bundesminister für Gesundheit vorgestellt wurde, fühlten sich viele in ihrer Meinung bestätigt, Lauterbach sei die ideale Besetzung für dieses undankbare Ressort. Doch nach fast fünf Monaten ist die Begeisterung vorbei. Sie ist Enttäuschung, Irritation und manchmal sogar Wut gewichen, bei manchen auch all dem zugleich.
Natürlich wurde der Mann lange Zeit idealisiert. Im Regierungsviertel gibt es manch kundigen Gesundheitspolitiker mit einem Abschluss in Medizin. Nicht nur Lauterbach kann wissenschaftliche Studien lesen, wenngleich er der Einzige ist, der ständig darüber spricht. Wer es gut mit ihm meint, wird den Verlust an Popularität als das natürliche Ende eines Hypes verniedlichen. Wenn es das nur wäre.
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