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Jasper von Altenbockum (kum.)

Laschets Rückzug : Eine Partei der Gescheiterten

Armin Laschet in Berlin in der Pressekonferenz, in der er seine Rückzug bekannt gab. Bild: AFP

Es ist nun schon der zweite Anlauf der CDU für die Merkel-Nachfolge, der kläglich scheitert. Die Union gibt dabei ein gespenstisches Bild ab.

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          Die CDU/CSU macht einen gespenstischen Eindruck. Nach der Rücktrittsankündigung Armin Laschets sind vielleicht doch noch Jamaika-Verhandlungen möglich. Aber niemand weiß, wer am Ende Kanzler dieser Koalition werden sollte. Laschet? Nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Söder? Schon eher, aber dennoch sehr unwahrscheinlich. Jemand anderes? Der neue Parteivorsitzende, den es zu diesem Zeitpunkt womöglich noch gar nicht gibt? Wie sollte das gehen? Das werden sich auch Grüne und FDP sagen. Sie werden kein gutes Gefühl bei dem Gedanken haben, dass Olaf Scholz die Sackgasse, die sich da auftut, für seine Zwecke ausnutzen könnte.

          Grund für die Depression der CDU sind gescheiterte Machtwechsel an deren Spitze, eine höchst konfrontative Nominierung des Kanzlerkandidaten und eine Schwesterpartei, die tatkräftig dabei half, aus diesen mehrfachen Belastungen ein Debakel in der Bundestagswahl werden zu lassen. Zur gespenstischen Lage der Union gehört vor allem dies: Die CDU ist nicht nur Opfer ihrer selbst, nicht nur Opfer des politischen Gegners, sondern auch Spielball der CSU. Die Schmutzeleien gegen Laschet sind ein Tiefpunkt dieser Zweierbeziehung. Der CSU-Vorsitzende wollte oder nahm billigend in Kauf, dass es so kam. Das wird das Verhältnis beider Parteien dauerhaft und schwer belasten.

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