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Ringen um Kanzlerkandidatur : Kreise: Söder und Laschet in „konstruktiven Gesprächen“

  • Aktualisiert am

Frist bis zum Ende dieser Woche: Markus Söder (links) und Armin Laschet bei der Klausurtagung am vergangenen Sonntag in Berlin Bild: dpa

Die von Armin Laschet und Markus Söder gesetzte Frist läuft ab: Bis zu diesem Sonntagabend wollen sie sich einigen, wer Kanzlerkandidat der Union wird. Kommt es zu einer Kampfabstimmung in der Bundestagsfraktion?

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          Die von dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder selbst gesetzte Frist für eine Einigung im Kampf um die Kanzlerkandidatur läuft in wenigen Stunden ab. Ob die beiden Rivalen bis zum Abend oder frühen Montagmorgen eine Lösung finden, oder ob am Ende doch noch die Unionsfraktion – wohl am kommenden Dienstag – entscheiden muss, war zunächst unklar. Am Samstag hieß es aus Unionskreisen lediglich, Laschet und Söder seien in guten und konstruktiven Gesprächen.

          Der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann rief die Mitglieder seines Landesvorstands sowie die Bezirks- und Kreisvorsitzenden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für den Abend um 20 Uhr zu Online-Beratungen zusammen. Er begründete die Sondersitzung mit „der aktuellen Lage zur K-Frage“. Es wurde erwartet, dass es um ein Stimmungsbild gehen dürfte, ob die Basis in der Frage der Kanzlerkandidatur zu Laschet oder zu Söder tendiert. Insgesamt hat die CDU 325 Kreisverbände, 27 Bezirks-, 17 Landes- und mehr als 10.000 Ortsverbände.

          Auch der Unions-Nachwuchs wollte sich am Sonntagabend positionieren. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland wollten sich die Landesvorsitzenden der Jungen Union (JU) ebenfalls um 20 Uhr zu einer Videokonferenz zusammenschalten. Der JU-Vorsitzende Tilman Kuban hatte diesen Schritt in der „Bild“-Zeitung angekündigt: „Wenn sie uns zwingen, sind wir im Zweifel bereit, als gemeinsame Jugendorganisation von CDU und CSU Verantwortung zu übernehmen und uns zu positionieren.“ Kuban hatte bereits am vergangenen Montag im CDU-Vorstand eine schnelle Entscheidung gefordert und nach Teilnehmerangaben gesagt, Laschet brauche dafür ein starkes Verhandlungsmandat. Ob Laschet am Ende antrete, oder ob er es Söder überlasse, entscheide nur der CDU-Chef alleine. Er traue Laschet zu, dass er wisse, was das Beste für Deutschland, Europa und die Union sei.

          Linnemann: Gräben, die nur schwer zuzuschütten sind

          Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Carsten Linnemann (CDU) warnte vor einer Kampfabstimmung in der Fraktion. „Was wir jetzt brauchen, ist eine gemeinsame Lösung und keine Kampfabstimmung in der Fraktion. Ansonsten drohen Gräben aufgerissen zu werden, die sich nur schwer wieder zuschütten lassen“, sagte er der Funke Mediengruppe. Zuvor hatte auch der im Kampf um den CDU-Vorsitz unterlegene Friedrich Merz vor einem solchen Szenario gewarnt und sich hinter Laschet gestellt.

          Der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß sagte der „Rheinischen Post“: „Ich erwarte von den Parteivorsitzenden, dass sie bis morgen eine gemeinsame Lösung präsentieren. Diese werden wir als Hamburger Landesverband geschlossen mittragen und unterstützen.“ Sollte es zum Wochenstart keine Entscheidung geben, müsse die Fraktion als einziges gemeinsames Unions-Gremium entscheiden.

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          Am vergangenen Sonntag hatten sich sowohl Laschet als auch Söder zur Übernahme der Kanzlerkandidatur bereiterklärt. Am Montag stellten sich die Spitzengremien von CDU und CSU jeweils hinter ihre Parteichefs. Am Dienstag traten beide in der Bundestagsfraktion auf, wo es Dutzende Wortmeldungen gab – nach Teilnehmerangaben mehr zugunsten Söders als Laschets. Beide stellten anschließend eine Verständigung bis Ende der Woche in Aussicht.

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