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Haseloff setzt sich ab : Pokerspiel in der K-Frage

Wer mit Söder pokert, braucht gute Nerven. Das hier abgebildete Kartenspiel wurde von Greser&Lenz exklusiv für die F.A.Z. gestaltet. Bild: Berthold Kohler

Wer hat im Streit zwischen CDU und CSU die besseren Nerven? Hinter Laschet zeigt sich die erste Lücke. Söders Zermürbungstaktik könnte aufgehen.

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          Im Ringen zwischen Markus Söder und Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur, das zur „offenen Feldschlacht“ (Peter Ramsauer) zwischen den Schwesterparteien eskalierte, geht es nicht mehr nur darum, wer die überzeugenderen Argumente anführen kann. Der Ausgang hängt jetzt auch davon ab, wer den größeren Willen zum Durchhalten und die besseren Nerven hat. Weil Laschet und Söder sich immerhin darin gleichen, nicht vorschnell die Flinte ins Korn zu werfen, kommt es ganz besonders darauf an, wie geschlossen die Truppen sind, die hinter ihnen stehen.

          Haseloff setzt sich ab

          Söder ist dabei im Vorteil. Während die CSU – jedenfalls nach außen – bedingungslos ihrem Vorsitzenden folgt, zeigt sich in der Front der CDU die erste Lücke: Reiner Haseloff setzt sich in Richtung Söder ab. Haseloffs Wiederwahl könnte wegen der Lage in Sachsen-Anhalt tatsächlich von „Bruchteilen von Prozentwerten“ und dem Bundestrend abhängen.

          Dass Laschet es im Handumdrehen aus dem Umfragentief herausschaffte, erwarten in der CDU aber nur wenige. Söder wird Haseloffs Zucken als Zeichen dafür ansehen, dass er das zermürbende Pokerspiel um die Kanzlerkandidatur nur möglichst lange hinauszögern muss – in der Hoffnung, die CDU-Granden, die eben noch Laschet die Treue geschworen hatten, würden dann umfallen wie die Dominosteine. Denn nichts strapaziert die Nerven von Politikern so wie schlechte Umfragewerte und die Aussicht auf den Verlust der Macht. Und dafür, dass die Aktien der CDU abstürzen, sorgt derzeit nicht nur sie selbst.

          Berthold Kohler
          (bko.), Herausgeber

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