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Protest im Dannenröder Forst : Aktivisten besetzen hessische Vertretung in Berlin

  • Aktualisiert am

Klima-Aktivisten im besetzen Dannenröder Forst Bild: Lucas Bäuml

Während die Aktivisten von „Ende Gelände“ die hessische Landesvertretung in Berlin besetzen, setzt die Polizei ihren Einsatz im Rodungsgebiet nahe des Dannenröder Forsts fort.

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          Aus Protest gegen die Rodung des Dannenröder Walds haben Umweltaktivisten nach eigenen Angaben am Freitagmorgen die hessische Landesvertretung in Berlin besetzt. Sie wenden sich gegen den geplanten Bau der Autobahn 49 durch das 300 Jahre alte Laub- und Mischwaldgebiet. Dagegen gibt es auch vor Ort seit Wochen Proteste.

          Vorübergehend besetzten sie das Dach der hessischen Landesvertretung in Berlin. Nach Angaben eines Polizeisprechers befanden sich rund zehn Personen auf dem Dach des Gebäudes sowie weitere rund 50 Unterstützer davor. Die Aktion wurde nach etwa zwei Stunden friedlich beendet. Die Polizei nahm von den Demonstranten auf dem Dach die Personalien auf.

          „Wir fordern die schwarz-grüne Landesregierung auf, die Räumung und Rodung sofort zu stoppen“, erklärten die Organisationen „Ende Gelände“, „Fridays for Future“ und „Anti-Kohle-Kidz“, zu der Besetzungsaktion in Berlin. „Mitten in der Klimakrise einen Wald für eine neue Autobahn zu roden, ist klimapolitischer Wahnsinn“, kritisierte Riva Morel von „Fridays for Future Berlin“. „Wir müssen jetzt mit der Verkehrswende anfangen, das bedeutet: Busse, Bahnen und Radwege bauen statt neuer Autobahnen“, forderten die Umweltschützer weiter.

          Die Rodungsarbeiten in dem Waldgebiet hatten am Donnerstag begonnen. Zugleich leitete die Polizei die Räumung von Baumhäusern ein, in denen sich Demonstranten aufhielten. Für den umstrittenen Autobahnbau sollen rund 27 Hektar Wald gerodet werden.

          Am Freitagmorgen setzte die Polizei ihren Einsatz im Herrenwald nahe dem Dannenröder Forst fort. „Wir sprechen gerade mit den Menschen, die sich noch in und auf den Bäumen im abgesperrten Bereich befinden“, erklärten die Beamten. Sie forderten Aktivisten vor Ort dazu auf, den Bereich umgehend zu verlassen.

          Die Polizei hat dem Sprecher zufolge mittlerweile sechs von acht Baumhäusern geräumt und beseitigt, auf die sich Umweltschützer für ihren Protest zurückgezogen hatten. Die Aktivisten wollen die Rodungen von Bäumen im Herrenwald sowie im nahe gelegenen Dannenröder Wald verhindern, die für den Ausbau der A49 weichen sollen. Der geplante Abschnitt der Autobahn soll einmal Kassel und Gießen besser miteinander verbinden.

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